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Um in einer Menschenmenge unterzugehen, müssen sich Spione an ihre Umgebung anpassen. James Bond macht das meist in eleganten Anzügen. Zufälligerweise wird er immer dann gebraucht, wenn eine Abendveranstaltung voller Champagner-Türme bevorsteht.
In Österreich ist die Tarnkleidung etwas rustikaler, wie die „Lederhosenfoto-Causa“ rund um den Ex-Verfassungsschützer Egisto Ott zeigt: Sie besteht aus Lederhose, kariertem Hemd oder Trachtenhut – obwohl von letzterem womöglich abzuraten ist. Anonym bleibt man damit nämlich nicht, wie der ehemalige Tiroler SPÖ-Chef demonstrierte.
Dann doch lieber nur die Lederhose. Das haben sich offenbar auch zwei Beamte des mittlerweile aufgelösten Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) gedacht, die einem südkoreanischen Geheimdienst-Kollegen sogleich die Tarntracht anlegen wollten. Nur blöd, wenn ein Kollege wie Ott das Foto dieses Täuschungsmanövers verbreitet – inklusive Namen und Dienststellen. Das wär in jedem anderen Job peinlich – vor allem, wenn die Lederhose nicht gut sitzt. Im Geheimdienst-Milieu steht man damit aber sogleich unter Verdacht, Amtsgeheimnisse zu verraten. Tarnen und täuschen will gelernt sein.
Diesen Artikel lesen Sie unter dem Titel „Tarnen und täuschen“ in der Printausgabe der FURCHE vom 11. Dezember 2025.

