Sean Connery - © Foto: APA/AFP
Film

Adieu, Mister James Bond!

1945 1960 1980 2000 2020

Sean Connery, der „beste Bond aller Zeiten“, starb im Alter von 90 Jahren. Seine schauspielerische Größe – immerhin mit einem Nebenrollen-Oscar belohnt – erreichte er erst, als er aus dem filmischen Agentenmilieu ausgestiegen war.

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Sean Connery, der „beste Bond aller Zeiten“, starb im Alter von 90 Jahren. Seine schauspielerische Größe – immerhin mit einem Nebenrollen-Oscar belohnt – erreichte er erst, als er aus dem filmischen Agentenmilieu ausgestiegen war.

Sean Connery war der beste Bond-Darsteller aller Zeiten: Darüber sind sich viele Fans der Reihe einig – auch, weil er der erste Darsteller war, der der Figur von Ian Fleming eine weltweite Öffentlichkeit ermöglichte: Im ers ten Kino-James-Bond-Abenteuer „Dr. No“ (1962) trat er als smarter und lässiger Geheimagent auf und wurde über Nacht zum Star. Connery hatte aber schon nach seinem letzten offiziellen Bond-Film genug von der Schauspielerei. Damals, nach seinem sechsten Bond-Film „Diamantenfieber“ (1971) wollte er dem Schauspielerberuf den Rücken kehren, weil, wie er sagte, „der Ruhestand so unglaublich schön“ sei.

Seine Filmografie zeigt, dass Connery da seine Karriere noch lange nicht an den Nagel gehängt hatte. Vielmehr begann in den 1970er und 1980er Jahren seine zweite, seine Post-Bond-Karriere, in der er auch zeigen konnte, dass er nicht bloß zum smarten Agenten taugte, sondern auch des Schauspielens mächtig war – ein Vorurteil, das viele Schauspieler kennen, die einmal eine Paraderolle angenommen haben, die sie später nicht mehr losgeworden sind.

Sechs- plus einmal Agent Ihrer Majestät

Aber Connery war kein verbitterter Bond-Schauspieler, sondern einer, der immer stolz war, dem legendären Agenten ein Gesicht gegeben zu haben. Dabei war Connery keineswegs der erste Bond-Darsteller: Der Amerikaner Barry Nelson spielte Bond in dessen erstem Auftritt in einer TV-Serie, in der 1954 Ian Flemings „Casino Royale“ verfilmt wurde – mit Peter Lorre als Bösewicht Le Chiffre. Aber erst mit Connery wurde Bond zur Legende: Der große, schlanke und adrette Agent mit dem soliden Scheitel (schon ab dem zweiten Bond-Film „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) musste der Glatzenträger Connery ein Voll-Toupet tragen) wurde von Connery sechs Mal verkörpert, ehe er nach „Man lebt nur zweimal“ (1967) die Rolle an den glücklosen Einmal-Bond George Lazenby übergab, dessen Bond-Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ von 1969 vielen als der beste Bond-Film überhaupt gilt.

Doch Lazenbys Film floppte damals, und so kehrte Connery 1971 noch einmal in diese Rolle zurück – ehe der erfolgreiche Roger Moore übernahm. „Ich habe mit Bond meinen Frieden gemacht, ich habe ihn nie gehasst, im Gegenteil, aber diese Rolle klebt an mir, ich werde sie mit ins Grab nehmen“, sagte Connery einmal über 007. „Aber für einen Schauspieler ist es auch normal, dass man sich andere Rollen sucht als bloß die eine, die einen bekannt gemacht hat“. Das hat Connery nach seiner AgentenRente dann auch getan, und zwar mit Erfolg: Meist ohne Toupet war er in Filmhits wie „Mord im Orient-Express“ (1974), „Robin und Marian“ (1976), „Time Bandits“.