Saschko Gawriloff - Foto von Saschko Gawriloff in einem Meisterkurs. Er hat weiße Haare und trägt eine rahmenlose Brille. Er trägt ein gelb-hellblau gestreiftes Hemd und hält eine Geige locker in der linken Hand, in der rechten hält er den Bogen.  - © Foto: Thomas Häntzschel

Saschko Gawriloff: Der Geiger als Brückenbauer

Der deutsch-bulgarische Geiger Saschko Gawriloff füllte weltweit Konzertsäle. Eine neue Biografie erzählt, wie eng sein Leben mit der europäischen Geschichte verknüpft ist.

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Eine der bekanntesten Geschichten über Mozart ist die, dass er bereits als Kind vor Kaiserin Maria Theresia gespielt und ihr danach auf den Schoß gesprungen sein soll. Ein Grund, warum sie so im Gedächtnis bleibt, ist, weil sie das Kind hinter dem musikalischen Genie zeigt.

Eine ähnliche Geschichte gibt es über Saschko Gawriloff, einen der berühmtesten Geiger Europas. Er verbrachte seine ersten Lebensjahre in der bulgarischen Kleinstadt Lom an der Donau. Bereits als Vierjähriger begann sein Vater, ihm das Geigespielen beizubringen. Anfangs noch auf einer Achtelgeige. Je mehr Gawriloff wuchs, desto größer wurde auch seine Geige: Viertel-, Halbe-, Dreiviertelgeige. Als sein Arm mit acht oder neun Jahren endlich lang genug war, eine ganze, richtige Geige.

Mit dieser trat er 1940 vor der bulgarischen Zarin, Zariza Joanna, in Sofia auf. Auf ihren Schoß sprang er nicht, er krempelte aber seine knielange Hose so weit nach oben, dass sein Vater ihm danach eine Standpauke hielt, was er sich denn erlaube, so am Hof aufzutreten. Seiner Karriere schadete es nicht.

Zwischen DDR und Bundesrepublik Deutschland

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