
Heute wird zunehmend auf wertvolle Ernährung und regelmäßige Bewegung geachtet und das Bewusstsein für einen gesunden Lebensstil hat sich in den letzten Jahren verbessert. Dass der Schlaf eine tragende Säule für die Gesundheit des Gehirns ist, scheint hingegen noch wenig durchgesickert zu sein. Angesichts einer Fülle neuer Forschungsergebnisse hat es der Wissenschaftsautor Diego Golombek folgendermaßen auf den Punkt gebracht: „Stellen Sie sich vor, es gäbe eine Behandlung, die die kognitiven Funktionen verbessert, das Immunsystem stärkt, beim Abnehmen und bei der Regulierung des Stoffwechsels hilft, das Herz-Kreislauf-System schützt, die Abfallbeseitigung im Gehirn reguliert und die Stimmung, die emotionale Selbstregulierung und die Produktivität steigert. Nun, wir haben ihn bereits: den Schlaf.“ Wir müssen uns dessen nur bewusst werden.
Schlafhormon Melatonin
So können wir mit ausreichend Nachtruhe das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer-Demenz oder Morbus Parkinson sowie auch psychische Störungen verringen. Warum ist das so? Der Wechsel zwischen Wachen und Schlafen sowie zwischen den Schlafstadien wird von mehreren Bereichen im Hirnstamm und Gehirn gesteuert. Je länger wir wach sind, desto größer ist der Druck, einzuschlafen. Umgekehrt gilt das Gleiche: Je länger wir schlafen, desto geringer ist der Druck, weiterzuschlafen. Das ist ein homöostatischer und zirkadianer Prozess: Der Hell-Dunkel-Zyklus ist einer der wichtigsten Zeitgeber für diesen Rhythmus. Licht regt die Produktion von Serotonin an, wodurch wir uns voller Energie fühlen, während Dunkelheit das „Schlafhormon“ Melatonin ankurbelt.
