
Im Garten eines Einfamilienhauses sitzt Familie Hesse. Rund um die Eltern und zwei Kleinkinder stapelt sich ihr Hausrat: Polstermöbel, Spielzeug von Lego bis zur Rutsche, Küchenutensilien wie Schüsseln oder Kochlöffel. All die bunten Alltagsgegenstände warten auf den Abtransport. Doch die Familie hat nicht vor, umzuziehen. Vielmehr nahm sie an einem Experiment teil.
Das Ziel war, Plastik in ihrem Haushalt sichtbar zu machen – und zu reduzieren (siehe dazu auch den Artikel „Leben ohne Plastik – geht das?“ von Christiane Brunner vom 16.3.2017). „Es war ein unglaublicher Berg an Plastik. Das meiste hat unser Projektteam im Kinderzimmer und in der Küche gefunden, aber auch bei Kleidung und Matratzen. Das zu sehen, war schon ein kleiner Schock für die Familie“, berichtet Sara Ilstedt, Professorin für Produkt- und Service-Design an der Königlichen Technischen Hochschule (KTH) in Stockholm.
Design als Werkzeug
Das Uni-Team ersetzte den Hausrat durch plastikfreie Alternativen aus Holz, Metall, Glas, Wolle und Keramik, erklärt Ilstedt: „Wir waren überrascht, wie einfach es war, Alternativen auf dem Markt zu finden. Einiges haben wir secondhand gekauft, vor allem Möbel aus der Vor-PlastikÄra.“
Man definierte allerdings Ausnahmen: Smartphones, Computer oder der Kühlschrank sind nicht ersetzbar. Ebenso konnte jedes Familienmitglied zehn Dinge behalten; dazu zählten Staubsauger, Fahrradhelme und Regenjacken. Ilstedt sieht Design als Werkzeug, das unsere Bedürfnisse erfüllt oder das Leben vereinfacht, wie zum Beispiel eigene Scheren für Linkshänder.
