Was als Trumpfkarte aus dem Ärmel geschüttelt wurde, war, so scheint es, ein Bluff, der glatt daneben ging. „Die Römer in Kärnten“ als zwar nicht expressis verbia konzipierte erste Landesausstellung im südlichsten Bundesland, als Kultur-Ralley zu den verstreuten Grabungsfunden gedacht, hat beileibe nicht die Zugkraft, die dieser Sammel-Schau zugedacht war.Die Genesis zu dem Großprojekt stand von Anbeginn unter keinem glücklichen Stern. Kärntens Alt-Landeshauptmann und gleichzeitig auch Kulturreferent, Leopold Wagner, blockte Jahre hindurch jede Anregung zu einer Landesausstellung
An den Paukenschlag der Hemma-Ausstellung im Vorjahr, als die Diözese Kärnten den Landespoliti- kem eindrucksvoll zeigte, wie eine Landesausstellung gestaltet werden könnte, denkt man auf der mächtigsten Burganlage im Gurktai mit Sicht auf die Doppeltürme des Gurker Domes.Rund 100.000 Besucher lockte im Vorjahr die Schau über die Landespatronin auf die teilrestaurierteFestung sanalge hochüb er der Stadt Strafiburg. Der Erfolg dieser Ausstellung ließ Kärntens kunstsinnigen Bischof Egon Kapellari samt der kleinen Schar kundiger Mitstreiter, die die Burg vor dem Verfall retten wollten
Wenn sich auch in Österreichs sonnigem Süden manch einer scheut, das Ding beim Namen zu nennen, die Fakten sprechen für sich: Im Gurktal, hoch über dem Flecken Straßburg, lädt bis 26. Oktober Kärntens erste Landesausstellung zum Verweilen. Was unter der Ägide des Kärntner Bischofs Egon Kapellari von einem engagierten Kunsthistorikerteam in nicht ganz zwei Jahren zusammengetragen und museumsdidaktisch hervorragend aufbereitet unter dem Titel „Hemma von Gurk“ auf der einstigen Burg der Gurker Bi-schöfe vorgestellt wird, braucht keinen Vergleich zu scheuen. Mit der Hemma-Schau wurde
(Komödienspiele auf Schloß Porcia in Spittal/Drau. „Jagd nach Glück" von Tirso de Molina) Die zweite Produktion des heurigen Sommers könnte um Grade beschwingter, lustiger und publikumswirksamer sein als es bei der Premiere der Fall war, und dieser Fortschritt wird sich sicher bei den nächsten Aufführungen einstellen. So war's bei der Pre-rniere „nur" wohlstudiertes Ko-mödiantentum, dem der berührn-te Schluß ins künstlerisch Überdrehte fehlte und bei dem die feinen Pointen auf halbem Weg „einfroren".Aber immerhin: Herbert Wo-chinz als Regisseur hat die Voraussetzungen für
(Komödienspiele auf Schloß Porcia in -Spittal/Drau: „Umsonst“ von Johann Nestroy). — Dem Porcia-Generalmotto völlig gerecht wurde der Auftakt unter den Porcia-Arkaden: Herbert Wochinz bescherte den Fans mit der Nestroy-Posse „Umsonst“, einer intrigenreichen Geschichte im Komödiantenmilieu, unbeschwerte Unterhaltung, die von einer temporeichen Inszenierung mit künstlerisch zu rechtfertigender Übertreibung ausgeht.Sehr positiv die neuen Gesichter im Ensemble, die erstaunlich nahtlos in den Porcia-Rhythmus integriert wurden. Walter Holub als entschlossener, die Rollen schneller
(Galerie im Künstlerhaus, Klagenfurt, bis 3. März) Von einer neuen Seite zeigt sich der 27jähri-ge Villacher Graphiker Günter Egger in einer Ausstellung in Klagenfurt: er präsentiert 26 Aquarelle, in denen er Impressionen aus Griechenland und Ägypten verarbeitet.Aufbau und Farbigkeit mancher dieser Blätter sind durchaus attraktiv, zeigen aber immer auch an, daß der Radierer als Maler erst auf der Suche ist und sich durchaus positiv auch an Vorbildern (Moldovan etwa oder Hra-dil) reibt. Insgesamt sind diese „Fingerübungen" recht gelungen und signalisieren den Versuch, sich Neuland zu
(Komödienspiele Schloß Porcia: „Das Findelkind” von A. Picard) Die Komödienspiele haben wieder ihren Renner. Wie schon so oft, wurde auch in der 22. Saison, die Herbert Wochinz anführt, der Außenseiter zum Erfolg.Das hat logische Gründe. „Das Findelkind” des Komödien-schnellschreibers Picard aus dem Paris an der Wende zum 19. Jahrhundert, in dem es darum geht, einem dahergelaufenen Emporkömmling einen bürgerlichen Familienstand zu erkaufen, auf daß er standesgemäß heiraten kann, ist eine Piece, die man am besten gleich vergißt.Deswegen kann sich auf Schloß Porcia das
Nach drei Wettbewerbstagen rauften sich die Juroren— an der Spitze der wortge-waltigeMarcelReich-Ranicki— die Haare. Was sie da beim 6. Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb im Rahmen der „Tage der deutschsprachigen Literatur” zu hören bekommen hatten, brachte sie in Verlegenheit, den Preis nicht zu verleihen.Wie ein reinigendes Gewitter — was symbolhaft auch das ganz gewöhnliche Wetter widerspiegelte — brach dann der Text des jungen Schweizer Autors Jürg Amann (Jahrgang 1947) „Rondo” über die Richterschar herein— und der Sieger des Bewer-bes stand fest. Die Flucht aus einer
Anfang Jänner hatte er noch, vital wie eh, in Wien, im Büro des Carinthi-schen Sommers, bei der alljährlichen Programmpräsentation die Vorhaben des Kärntner Musikfestivals angekündigt. Wenige Wochen später war Helmut Wobisch tot.Die Trauer der musikalischen Freunde des Carinthischen Sommers war groß, nicht weniger drängend aber stellte sich immer wieder die Frage, wie sollte es ohne Wobisch weitergehen.Eine Frage, die umso berechtigter gestellt wurde, da es der Initiative, der Tatkraft, dem Ideenreichtum, aber auch den internationalen Verbindungen von Wobisch zu danken war, daß in