
Mit „Justitias Wille – Leben in der Waagschale“ ist den Journalistinnen Paulina Krasa und Laura Wohlers in der dicht gedrängten Podcastwelt ein Novum gelungen: Sie berichten über einen aktuellen Strafprozess, den das Landgericht Berlin im Februar 2024 verhandelt: Angeklagt ist der Arzt Christoph Turowski, der in seiner Pension als Suizidhelfer tätig ist. Er hat bereits einigen Menschen beim Suizid assistiert, nun auch einer 37-jährigen Studentin, der er im Juli 2021 ein Medikament zur Selbsttötung aushändigt. Sie leide seit Jahren unter schweren Depressionen. In Deutschland, wo es für den assistierten Suizid keine so strengen rechtlichen Vorgaben gibt wie in Österreich, kann der Mediziner Turowski, der kein Psychiater ist, die junge Frau für entscheidungsfähig erklären und ihr das Präparat aushändigen.
In zehn Folgen berichten Krasa und Wohlers aus dem Verhandlungssaal, sprechen mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Ethik, Recht, Medizin sowie mit Betroffenen und Angehörigen. Und sie geben Einblicke in ihre persönlichen Haltungen zum assistierten Suizid, die sich – aufgrund familiärer Erfahrungen – stark unterscheiden. Umfassend recherchiert und spannend inszeniert liefert „Justitias Wille“ bemerkenswerte Hintergrundinformationen und behandelt das schwierige Thema mit Sorgfalt und Sensibilität.
Sollten Sie sich in einer ausweglosen Situation sehen, finden Sie Hilfe unter www.suizid-praevention.at sowie rund um die Uhr bei der Telefonseelsorge unter der Nummer 142.
Dieser Artikel ist im Original unter dem Titel "Suizidhilfe: Arzt steht vor Gericht" am 20.6.2024 erschienen.






