Jhumpa Lahiri - Jhumpa Lahiri mit langen, glatten Haaren trägt ein pinkfarbenes Oberteil und eine silberne Halskette vor unscharfem Hintergrund. - © Foto: IMAGO / Pacific Press Agency

Jhumpa Lahiris Literatur: Ein Wohnsitz aus Wörtern

Zerrissen noch in der zweiten Generation: Jhumpa Lahiri formt die Situation der indischen Diaspora zu Literatur. Ihre stärksten Werke schrieb sie in einer neuen Sprache.

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Jhumpa Lahiri wird als Tochter indischer Eltern aus dem Bundesstaat West Bengalen in London geboren. Später zieht die Familie in die USA, wo Lahiri studiert und zu schreiben beginnt. Ihre ersten Werke sind Kurzgeschichten. Ihr Debütroman, der auch in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Der Namensvetter“ veröffentlicht wird, stammt aus dem Jahr 2003.

Dieser Roman beschreibt auf typische Weise die Identitätskonflikte der indischen Diaspora, für die man sich in Westeuropa und den USA um die Jahrtausendwende stärker zu interessieren begann. In einem regelrechten Boom wurden um das Jahr 2000 Bollywood-Filme (der Film „Lagaan“ wurde 2001 für einen Oscar nominiert), indisches Essen, indische Musik (der Song „Mundian To Bach Ke“ von Panjabi MC fand sich in den weltweiten Charts im Jahr 2002) und indische Literatur von Arundhati Roy, Aravind Adiga und eben Jhumpa Lahiri (Pulitzer Prize im Jahr 2000) plötzlich auch im Westen bekannt.

Zwischen den Welten

Die Situation der indischen Diaspora wird in zahlreichen Filmen und Romanen erzählt: einerseits jene der ausgewanderten Generation, die sich möglichst konfliktfrei und mit hohem Anpassungswillen in die Gesellschaft des Einwanderungslands (meist die USA, Kanada und Großbritannien) einzufügen versucht, die aber in jeder Hinsicht noch an der Kultur ihrer Herkunft hängt und sich entwurzelt fühlt.

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