
„Die Anzahl der Opfer des Kokaingebrauchs in dieser Stadt ist plötzlich angewachsen. Die Polizei versucht, den illegalen Handel mit dieser Substanz zu stoppen, die für unser Land neu ist und von Besuchern eingeschleppt worden ist.“ So berichtete der Korrespondent eines Medizin-Journals 1923 über den „Kokainismus in Wien“.
Auch der Schriftsteller und Tausendsassa Robert Heymann widmete sich 1930 in seiner „Sittengeschichte menschlicher Entartung“ dem „Kokainwahnsinn in Wien“: „Ein unscheinbares, weißes Pulver, das man auf den Handrücken legt und wie Schnupftabak durch die Nase einsaugt. Es ist den Unglücklichen, die dem Laster ergeben sind, eine Lebensnotwendigkeit geworden, dieses weiße Pulver, es ist ihnen wichtiger als das tägliche Brot.“

