
Es ist ein Charakteristikum populistischer Politik, den öffentlich-rechtlichen Medien am Zeug zu flicken. Pauschal wird den mit öffentlichen Geldern (mit)finanzierten Medienanstalten Linkslastigkeit (was immer das ist) und Voreingenommenheit in ihrer Berichterstattung vorgeworfen. Das ist ein Narrativ, das sich unabhängig von lokalen und nationalen Gegebenheiten verbreitet. Als etwa der Linkspopulist Robert Fico 2023 in der Slowakei wieder an die Macht kam, gehörte die Zerschlagung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu seinen Taten der ersten Stunde.
Auch hierzulande werden Herbert Kickl & Co. nicht müde, den ORF madig zu machen und die Abschaffung des ORF-Beitrags zu fordern. Und in Deutschland hängen zurzeit Plakate der AfD, die der Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Anstalten (das ist wie in Österreich eine Haushaltsabgabe) den Garaus machen wollen.
Kahlschlag bei differenziertem Journalismus
Dass Donald Trump und seine Staatszerstörer auch dem öffentlichen Rundfunk in den USA Selbiges angedeihen lassen, ist die logische Konsequenz ihrer Politik. Dem europäischen Beobachter mag allenfalls verwundern, dass im Paradeland des Medienkommerzes so etwas wie „Public Media“ existieren. Aber es gibt sie, die gemeinnützigen Anstalten, die zwar eine Nische bespielen, aber für das Funktionieren der US-Demokratie bislang eine kaum zu unterschätzende Rolle gespielt haben – allen voran das National Public Radio (NPR) und das Public Broadcasting Service (PBS), die unter der Präsidentschaft von Lyndon B. Johnson (1963–69) errichtet wurden.
Auch wenn dieses US-amerikanische System sich nicht eins zu eins mit den europäischen öffentlich-rechtlichen Anstalten vergleichen lässt (es wird nicht mittels Gebühren finanziert, sondern über Sponsoren und öffentliche Zuschüsse) und eher der Freien Rundfunkszene in Europa entspricht, sind diese Programme eine wichtige Informationsquelle der Zivilgesellschaft. Dazu gehören insbesondere lokale Angebote für Landesteile, an denen die großen Anstalten wegen niedriger Konsumentenzahlen wenig Interesse zeigen.
Aber der Trumpismus mag keinen differenzierten Journalismus, und von daher ist es kaum verwunderlich, dass auch die Public Media den Bannstrahl des Präsidenten zu spüren bekommen. NPR und PBS seien „radikale linke Monster, die unser Land so schwer verletzen“: So zitiert das Wochenmagazin The New Yorker Donald Trump – und Ende Juli stimmte der Kongress dafür, den Public Media eine Milliarde Dollar, die ihnen für die nächsten beiden Jahre von ebendiesem Kongress bereits genehmigt worden waren, wieder zu entziehen und die Behörde, welche diese Mittel verwaltete, per 1. Oktober zu schließen.

