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„Brandmauer“ gegen Propaganda: Wie öffentlich-rechtlicher Rundfunk die Demokratie schützt

Wie wichtig öffentlich-rechtlicher Rundfunk für eine Demokratie ist, wird oft erst deutlich, wenn er nicht länger frei berichten kann. Ein Blick in die USA zeigt, wo rein kommerzielle Interessen hinführen. Ein Gastkommentar.

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Der Kulturkampf um den Journalismus ist in vielen Ländern in vollem Gang. Auch in Österreich hat er schon lange begonnen, nun sind wir in einer heißen Phase angelangt. Das Mediensystem und der Journalismus waren in der Zweiten Republik noch nie dermaßen gefährdet, hat der Salzburger Publizistikwissenschaftler Josef Trappel konstatiert, Experte für Mediensysteme im internationalen Vergleich. Mit dem Mediensystem stehen und fallen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Die FPÖ fordert in den laufenden Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP, dass die Haushaltsabgabe für den ORF abgeschafft, stattdessen eine Finanzierung aus dem Staatsbudget eingeführt wird und damit jährlich neue Budgetverhandlungen mit der Regierung notwendig würden. Zugleich soll das Budget des ORF um 15 Prozent gekürzt werden, zusätzlich zu bereits laufenden Einsparungen – eine Maßnahme, die auch der ÖVP nicht fern ist, sie hat sie selbst schon in die Koalitionsverhandlungen mit SPÖ und Neos eingebracht.

Tragendes Gerüst

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist das tragende Gerüst in der kommunikativen Infrastruktur einer Demokratie und in einer informierten und lebendigen Öffentlichkeit. Den ORF zu unterminieren, zu beschneiden, letztlich zu zerstören und in einen Staatsrundfunk zu verwandeln, ist das Ziel der FPÖ-Politik. Im Gegenzug soll der von der FPÖ im Lauf der vergangenen Jahre aufgebaute Medienverbund – Parteiorgane samt TV-Sendern, Online- und reine Print-Medien, Plattformen – staatliche Förderungen erhalten. Es kommt hinzu: Die Zuständigkeit für Medien, Verfassung und EU soll beim Kanzleramt ressortieren, und damit bei einem Kanzler Kickl, der als Innenminister in einer früheren Regierung in einem Coup den Verfassungsdienst angriff.

Die offen deklarierten Ziele der FPÖ sollten alle Alarmglocken schrillen lassen. Nicht nur in der Öffentlichkeit und in der Zivilgesellschaft, vor allem jetzt und hier und sofort bei der ÖVP, die sich nun – womöglich am Ende der Koalitionsverhandlungen – mit den FPÖ-Begehrlichkeiten konfrontiert sieht.

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