Ingrid Thurnher - Porträtfoto von Ingrid Thurnher. Sie hat schulterlange blonde Haare und braune Augen und lächelt. Sie trägt eine schwarz-weiß gestreifte Bluse. Im Hinterfrund ist eine verspiegelte Wand zu sehen. - © Foto: APA/Robert Jaeger
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Ingrid Thurnher: Wer ist die neue ORF-Chefin?

Nach dem Rücktritt von ORF-Generaldirektor Ronald Weißmann übernimmt Ingrid Thurnher vorübergehend seine Aufgaben. Die langjährige Journalistin und Moderatorin war zuletzt Radiodirektorin des ORF. Ein Porträt.

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Nach dem Fehlverhalten eines Mannes soll es wieder einmal eine Frau richten: Ingrid Thurnher wurde nach dem Abgang von Roland Weißmann mit den Aufgaben des ORF-Generaldirektors betraut. Weißmann war am Montag zurückgetreten, nachdem Vorwürfe einer Mitarbeiterin öffentlich wurden, die ihm unangemessenes Verhalten und sexuelle Belästigung im Jahr 2022 vorwarf. Weißmann bestreitet das.

Radiodirektorin Ingrid Thurnher soll nun übernehmen, bis 2027 die Bestellung eines neuen ORF-Generaldirektors oder einer Generaldirektorin ansteht. Dieses Vorgehen ist übrigens nicht unumstritten: Der Rundfunkrechtsexperte Hans Peter Lehofer schreibt auf Bluesky, dass der Job „unverzüglich“ auszuschreiben sei.

Seit 1985 beim ORF

Aber wer ist nun die neue, vorläufige Chefin am Küniglberg? Ingrid Thurnher arbeitet seit über 40 Jahren beim ORF. Geboren wurde sie 1962 in Bludenz in Vorarlberg, im Alter von neun Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Wien. Thurnher studierte kurzzeitig Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie Theater-, Film- und Medienwissenschaft, bevor sie das Franz-Schubert-Konservatorium besuchte.

1985 absolvierte sie den Sprechertest beim ORF erfolgreich und wurde TV-Ansagerin. Nach kurzer Zeit wechselte sie als Redakteurin ins Landesstudio Niederösterreich. Danach war sie drei Jahre lang Politikredakteurin im ORF-Radio. Ab 1995 moderierte sie mit der „Zeit im Bild 2“ die wichtigste Nachrichtensendung des ORF. Zwölf Jahre sollte sie dort bleiben. Von 2008 bis 2016 moderierte sie die politischen Diskussionssendungen „Im Zentrum“ und den „Runden Tisch“ und war immer wieder an der Wahlberichterstattung im ORF beteiligt.

Ab 2017 stand Thurnher weniger vor der Kamera. Sie wurde Chefredakteurin des Kultur- und Informationssenders ORF III und moderierte dort Diskussionsformate. Als Roland Weißmann 2022 Generaldirektor wurde, bestellte er Thurnher zur Radiodirektorin. Für kurze Zeit hatte Thurnher auch die Leitung des ORF-NÖ-Landesstudios inne, nachdem der damalige Landesdirektor Robert Ziegler 2023 nach Interventionsvorwürfen zurücktreten musste.

Nun übernimmt Thurnher erneut. Und ist damit eine Ausnahme: Als interimistische Generaldirektorin ist sie nach Monika Lindner in den frühen 2000er Jahren erst die zweite Frau an der Spitze des ORF.

Diesen Artikel lesen Sie in der Printausgabe der FURCHE vom 12. März 2026.

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