
„Nur einmal hat ein Fragesteller meine Heimat Austria mit Australia verwechselt”, erinnert sich der, eben aus den Vereinigten Staaten heimgekehrte frischgebackene Ehrendoktor, Bundesrat Fritz Eckert.
Der Vortrag, gehalten in der Duquesne-Universität in Pittsburgh, den die Universität durch die Verleihung des Ehrendoktorates der Wirtschaftswissenschaften auszeichnete, behandelte Österreichs Beitrag zur Entwicklungshilfe unter besonderer Berücksichtigung der Leistungen des Afro-Asiatischen Instituts und des österreichischen Kolping-Werkes.
Die Auszeichnungen, die Eckert in den Vereinigten Staaten überreicht wurden — neben dem Ehrendoktorat auch ein Diplom der Loyola-Universität in Los Angeles für „hervorragende Leistungen für die Kirche, für Österreich und sein Volk und für die Anliegen der Freiheit” —, freuen den so Dekorierten, weiler darin in erster Linie eine Auszeichnung für sein Land sieht, „das in den vergangenen harten Zeiten seinen Glauben nie verloren hatte”.
Fritz Eckert — geboren am 18. April 1911 in Wien — war schon mit 14 Jahren in der katholischen Jugendbewegung tätig, und schon wenige Jahre später wurde man im damaligen öffentlichen Leben auf seine vielfachen Interessen und Begabungen aufmerksam. Der März 1938 unterbrach die politische Karriere. Fritz Eckert wurde schon mit dem ersten Transport in das Konzentrationslager Dachau gebracht. Der Entlassung folgte unmittelbar die Einberufung zur Wehrmacht. Kontakt mit Widerstandsgruppen und sein Glaube an das Wiedererstehen der Heimat brachten ihm neuerlich Haft ein, aus der ihn erst die alliierten Truppen befreiten.
„Bald nach der Gründung des österreichischen Wirtschaftsbundes habe ich Fritz Eckert zu dessen Generalsekretär bestellt”, schrieb Julius Raab über Eckert. „Maßgeblich für diesen Entschluß war die politische Erfahrung, die Eckert schon in jungen Jahren sammeln konnte, seine sachlichen und personellen Kenntnisse und der unwandelbare Bekennermut, mit dem er für die österreichische Sache eingetreten war. Der österreichische Wirtschaftsbund hat diese Wahl nie zu bereuen gehabt.”
Bundesrat Eckerts Arbeitszimmer ist einfach ausgestattet: ein Kruzifix, ein Porträt Julius Raabs und ein Gautschbrief, der ihm die Würde eines „Buchdruckers h. c.” bescheinigt, sind der einzige Schmuck. Und dies charakterisiert Eckert wohl am besten. Als Katholiken, als Politiker und als Wirtschaftspraktiker.


