
Der Schlagabtausch zwischen Papst Leo XIV. und der US-Regierung ist mit dieser Personalie um eine Anekdote reicher: Ende der vergangenen Woche wurde bekannt, dass Leo XIV. mit Evelio Menjivar-Ayala ausgerechnet einen Geistlichen zum Bischof ernannte, der illegal in die USA eingewandert war. Menjivar-Ayala war 1990 als 20-Jähriger aus seiner Heimat El Salvador geflohen und im Kofferraum eines Autos illegal über die mexikanische Grenze in die USA eingereist. Nun wird er Bischof von Wheeling-Charleston in West Virginia. In dem Bundesstaat, einer traditionell republikanischen Hochburg, stimmten 70 Prozent bei der vergangenen Wahl für Donald Trump.
Angesichts der vielkritisierten Abschiebepraxis der USA unter Präsident Donald Trump erhält die pontifikale Personalentscheidung eine besondere Note. Im Vorfeld des für den 7. Mai erwarteten Besuchs des amerikanischen Außenministers Marco Rubio bei Papst Leo kann die Ernennung als Kritik am US-amerikanischen Umgang mit Migranten gedeutet werden.
„Vance liegt falsch“
Die US-Bischofskonferenz hatte sich bereits in der Vergangenheit kritisch gegenüber dem Vorgehen der Behörde ICE gegen Einwanderer geäußert – zuletzt im vergangenen Winter. Auch Robert Francis Prevost hatte – schon vor seiner Wahl zum Papst – Kritik an der US-Politik geübt. Nachdem Vize-Präsident J. D. Vance versucht hatte, die Migrationspolitik seines Landes mit dem theologischen Konzept des Ordo amoris zu argumentieren, schrieb Prevost auf der Plattform X: „J D Vance liegt falsch: Jesus fordert uns nicht auf, unsere Liebe zu anderen zu gewichten.“










