
Sarajewo liegt nach wie vor unter dem Feuer serbischer Kanonen. Eine kurze Zeitungsmeldung, abseits der Nachrichten von Hunger, Kälte und Terror, deutet an, daß der Krieg, der nun seit einem Jahr die Menschen zermürbt, ungeahnte, weitab von der täglichen Not liegende Auswirkungen zeigt: Die „Principov Most", die „Princip-Brücke", soll umbenannt werden - in „Erzherzog Franz Fedinand-Brücke". „Aus Dank an Österreich", wie es heißt.
An dieser Stelle, am Ufer der Miljacka, erschoß am 28. Juni 1914 der bosnisch-serbische Gymnasiast Gavrilo Princip den österreichischen Thronfolger und seine Frau und löste damit den Ersten Weltkrieg aus. Die Hintermänner saßen in Belgrad. Princip starb noch während des Kriegs im österreichischen Gefängnis und wurde damit zum Märtyrer der großserbischen Aspirationen. Die nach ihm benannte Brücke sollte die Erinnerung wachhalten.
Fast 80 Jahre nach dem Mord, 75 Jahre nach der Eingliederung Bosniens in das jugoslawische Königreich erscheint der „k.u.k. Völkerkerker" in einem milderen Licht.
In Triest bemühen sich Bürgerinitiativen gleichzeitig um die Wiederaufstellung des Denkmals der Kaiserin Elisabeth, das seit 1912 vor dem Hauptbahnhof gestanden war und 1921 weichen mußte.
Und eine Unterschriftenaktion will erreichen, daß eine Gedenktafel an jene 12.000 Italiener erinnert, die im ersten Weltkrieg als Soldaten in der k.u.k. Armee gefallen sind. 75 Jahre lang durfte von ihnen nicht gesprochen werden, weil sie auf der „falschen Seite" gekämpft hatten und gestorben waren...











