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Existentielles

(Bawag Fondation, Wien 1., Tuchlauben 5; bis 8. September) Druckgraphik von Max Liebermann, Max Slevogt und Lovis Corinth, bestechend in ihrer Perfektion, berichtet von Stimmungen, Bewegungen, Umsetzungen literarischer Texte und Selbstdarstellungen. Lovis Corinth beispielsweise schuf eine Reihe von Selbstporträts, die eine Radikalisierung des Blicks auf die eigene Befindlichkeit eindrucksvoll nachvollziehbar machen.

In Landschaften flüchtige Augenblicke festzuhalten verstand Max Slevogt in vollendeter Weise, indem er Verzauberung und Schrecken gleichsam als Geschwister von Gefühlen umzusetzen wußte. Aus allen Arbeiten spricht das Maß der Humanität: Der Mensch schafft seine Welt, um darin zu leben, und das auch dann, wenn er an oder in seinem Geschöpf leidet. H. A.N.

Literaturtage in Rauris

Die 18. Rauriser Literaturtage vom 29. September bis 1. Oktober dieses Jahres stehen unter dem Generalthema Zwischen Entfremdung und Heimkehr“, zu dem der Leiter der österreichischen Gesellschaft für Literatur, Wolf gang Kraus, die Eröffnungsrede halten wird.

Den Literaturpreis — es ist dies der Prosapreis des Landes Salzburg — erhält der aus Waldsassen gebürtige und in München lebende Werner Fritsch für sein Erstlingswerk „Cherubim“. Der Rauriser Förderungspreis ging an Christoph Janacs, der in seinem Prosatext ,J2as Fenster“ das vorgegebene Thema „Vorurteil — Toleranz — Zivilcourage“ vollkommen getroffen und auf die Ebene der Dichtung übertragen hat. Ein zusätzliches Stipendium des Landes wurde Fritz Popp, einem aus Vöcklabruck (Oö) stammenden Lehrer in Oberndorf bei Salzburg, für seine sozialkritische Arbeit „Unmut“ zuerkannt. Den Günter Eich-Lyrikpreis des Kulturvereins und der Raiffeisen-kasse der Marktgemeinde Rauris erhält der Salzburger Schriftsteller Erwin Gimmelsberg er, der Initiator und Leiter der Rauriser Literaturtage von 1971 bis 1987.

Zum Programm dieses Herbstes betonte der neue Leiter der Literaturtage, der Salzburger Journalist Franz Mayrhofer, es sei sein Bestreben, die Literaturtage auch dem Sachbuch zu öffnen — eine Lesung des evangelischen Publizisten und Theologen Heinz Zähmt (Soest) in der Kirche zu Rauris sei ein erster Versuch, ebenso wie Workshops zum Frieden mit Natur, Gesellschaft und Geschichte.

Zudem solle Lyrik regelmäßig zu Wort kommen: In diesem Jahr Kurt Klinger (Wien) und Eva Zeller (Heidelberg). Den Abschluß der Literaturtage bildet eine Lesung des deutschen Dichters Martin Walser.

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