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Begegnung mit Kunst und Künstlern

1945 1960 1980 2000 2020

In der Cafeteria der Katholischen Hochschulgemeinde Wien fordert Kunst zum Dialog auf.

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In der Cafeteria der Katholischen Hochschulgemeinde Wien fordert Kunst zum Dialog auf.

RaumAcht" heißt die modern gestaltete Cafeteria der Katholischen Hochschulgemeinde Wien. Ein Raum, in dem man Acht geben muß: auf die Kunstwerke, die hier hängen, und die Botschaften, die sie senden. "Jerusalem in my dreams" nennt Vojtech Vlk seine schwarzweißen Fotografien, die derzeit die hellen, freundlichen Wände der Cafeteria bebildern.

"Etwas Passenderes hätten wir kaum finden können", freut sich Universitätsseelsorger Konstantin Spiegelfeld über Bilder, die das Verbindende unter verschiedenen Menschen zeigen wollen. Vojtech Vlk war drei Monate in Jerusalem, in einer Arbeit hat er seine eigenen Paßfotos zusammengestellt: mit Bart, ohne Bart, mit verschiedenen Kopfbedeckungen. "Man würde sofort kategorisieren, bevor man überhaupt wahrnimmt, daß es immer dasselbe Gesicht ein und desselben Menschen ist, das man hier sieht", ist Spiegelfeld von der Idee des Künstlers beeindruckt.

Vojtech Vlk stammt aus Prag, in seinen Bildern geht es ihm immer darum, das Gemeinsame unter den Menschen zu zeigen. Konflikte zwischen den verschiedenen Volksgruppen in Jerusalem durchziehen die Medien, Vojtech Vlk fängt mit seiner Kameralinse das Gemeinsame ein: Bewegungen, Köpfe, Blicke. Seine Arbeiten fordern auf, genau hinzusehen, hinter das Offensichtliche zu blicken, den Hintergrund wahrzunehmen und zu suchen.

Drei verschiedene Ausstellungen gibt es pro Semester im RaumAcht zu sehen, erreichen wollen sie vor allem die anwesenden Studenten. Das gelingt erstaunlich gut. "Inzwischen fällt es schon auf, wenn einmal nichts dahängt", freut sich Spiegelfeld. Malerei, Grafik, Fotografie, und sogar einmal Skulptur: ein breites Spektrum künstlerischen Schaffens fordert immer wieder zur Reflexion, zum Dialog und zu geschärfter Wahrnehmung auf.

Seit zwei Jahren wird der RaumAcht von David Ölz sorgfältig betreut. Das zeigt sich einerseits in der erfrischend jungen, geschmackvollen Neugestaltung des Foyers durch Architektin Trixi Prucha, andererseits in einer sehr bewußten Auswahl der Arbeiten, die gezeigt werden. Eine hochkarätig besetzte Jury entscheidet über die Qualität der Arbeiten. Die jungen Künstler, die hier die Möglichkeit zur Präsentation bekommen, wissen den hohen Anspruch zu schätzen. Immer wieder kommen sie in die Cafeteria, um mit den Anwesenden über ihre Werke zu diskutieren. Wo sonst hat man schon die Gelegenheit, mit einem echten Künstler vor seinem echten Original auch darüber zu sprechen? Also, hingehen, und hoffen, daß Vojtech Vlk auch da ist!

Kunstforum Ebendorf RaumAcht. Ebendorferstraße 8, 1010 Wien

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