Digital In Arbeit
Feuilleton

Hausmeister als Hausherr

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Dem Berufsstand des Hausmeisters wird im Allgemeinen eher wenig Sympathie entgegengebracht: Statt einfach ihre Arbeit zu tun, kujonieren sie die Hausbewohner mit unsinnigen Vorschriften bis hin zum Psychoterror - zumindest im Klischee: der Hausmeister als Hausherr.

Es klingt unglaublich, aber ähnliche Zustände herrschen im Wiener Museumsquartier, dem neuen kulturellen Aushängeschild Österreichs. Dort geriert sich der Hausmeister gleich als künstlerischer Leiter. Von der ehrenwerten Museumsquartier Betriebsgesellschaft war an dieser Stelle schon öfters die Rede. Statt sich um ihre ureigenen Aufgaben zu kümmern - Versorgung der einzelnen autonomen Kulturinstitutionen mit Strom und Wärme oder Reinigung und Instandhaltung des Areals - tritt die Betriebsgesellschaft als Kulturveranstalter auf und versucht einige der Kleinen aus dem Quartier zu mobben. Bisheriger Höhepunkt: die Räumungsklage gegen die Netzkulturinitiative Public Netbase.

Die Betreibergesellschaft, die sich Ende Juni selbst ein pompöses "Eröffnungsfest" geschenkt hat, hat schon munter Ausstellungen in das Museumsquartier geladen. Die Betreibergesellschaft entscheidet auch, was in den weitläufigen Höfen passiert. Die einzelnen Institutionen müssen ein Bittgesuch einreichen, wenn sie einmal die freien Flächen vor ihren Räumlichkeiten nutzen wollen, umgekehrt kann ihnen die Betreibergesellschaft jederzeit irgendeine Veranstaltung direkt vor die Haustür setzen. Die Horrorvorstellung: eine Parteiveranstaltung der FPÖ.

Gesprächsverweigerung scheint die Maxime der Betreibergesellschaft zu sein: Da werden Briefe, in denen bauliche Mängel festgehalten werden, einfach nicht beantwortet (Zoom Kindermuseum) oder Mietverträge erst Tage vor dem Ablauf von Fristen von Anwälten (!) vorgelegt (Depot).

Bei einer Pressekonferenz vorige Woche flehten die versammelten Nutzer - von den Wiener Festwochen bis zur Kunsthalle - regelrecht um einen normalen, professionellen Umgang - und vermieden diplomatisch Angriffe auf die Spitze der Betreibergesellschaft. Doch die Lage wird sich erst wieder normalisieren, wenn sich dort die Erkenntnis durchsetzt: Die Betreibergesellschaft ist ein Dienstleister für die Kulturinstitutionen. Der Hausmeister soll einfach nur Hausmeister sein.

Dem Berufsstand des Hausmeisters wird im Allgemeinen eher wenig Sympathie entgegengebracht: Statt einfach ihre Arbeit zu tun, kujonieren sie die Hausbewohner mit unsinnigen Vorschriften bis hin zum Psychoterror - zumindest im Klischee: der Hausmeister als Hausherr.

Es klingt unglaublich, aber ähnliche Zustände herrschen im Wiener Museumsquartier, dem neuen kulturellen Aushängeschild Österreichs. Dort geriert sich der Hausmeister gleich als künstlerischer Leiter. Von der ehrenwerten Museumsquartier Betriebsgesellschaft war an dieser Stelle schon öfters die Rede. Statt sich um ihre ureigenen Aufgaben zu kümmern - Versorgung der einzelnen autonomen Kulturinstitutionen mit Strom und Wärme oder Reinigung und Instandhaltung des Areals - tritt die Betriebsgesellschaft als Kulturveranstalter auf und versucht einige der Kleinen aus dem Quartier zu mobben. Bisheriger Höhepunkt: die Räumungsklage gegen die Netzkulturinitiative Public Netbase.

Die Betreibergesellschaft, die sich Ende Juni selbst ein pompöses "Eröffnungsfest" geschenkt hat, hat schon munter Ausstellungen in das Museumsquartier geladen. Die Betreibergesellschaft entscheidet auch, was in den weitläufigen Höfen passiert. Die einzelnen Institutionen müssen ein Bittgesuch einreichen, wenn sie einmal die freien Flächen vor ihren Räumlichkeiten nutzen wollen, umgekehrt kann ihnen die Betreibergesellschaft jederzeit irgendeine Veranstaltung direkt vor die Haustür setzen. Die Horrorvorstellung: eine Parteiveranstaltung der FPÖ.

Gesprächsverweigerung scheint die Maxime der Betreibergesellschaft zu sein: Da werden Briefe, in denen bauliche Mängel festgehalten werden, einfach nicht beantwortet (Zoom Kindermuseum) oder Mietverträge erst Tage vor dem Ablauf von Fristen von Anwälten (!) vorgelegt (Depot).

Bei einer Pressekonferenz vorige Woche flehten die versammelten Nutzer - von den Wiener Festwochen bis zur Kunsthalle - regelrecht um einen normalen, professionellen Umgang - und vermieden diplomatisch Angriffe auf die Spitze der Betreibergesellschaft. Doch die Lage wird sich erst wieder normalisieren, wenn sich dort die Erkenntnis durchsetzt: Die Betreibergesellschaft ist ein Dienstleister für die Kulturinstitutionen. Der Hausmeister soll einfach nur Hausmeister sein.