ballade vom baikalsee - © Foto: Unsplash/Europeana

H.C. Bumsti geht unter die Dichter

1945 1960 1980 2000 2020

Bumsti war sein Spitzname. Frisch der Wunderwelt entsprungen, ahnte damals noch keiner, wie sehr wir uns über das Zwergerl noch wundern würden.

1945 1960 1980 2000 2020

Bumsti war sein Spitzname. Frisch der Wunderwelt entsprungen, ahnte damals noch keiner, wie sehr wir uns über das Zwergerl noch wundern würden.

Die Pilgerfahrt zur Festenburg veränderte sein Leben. Über dem Tor ein schlichtes "Willkommen H. C.". Bumstis strahlend blaue Augen erleuchteten die düsteren Räume. Schon öffnete sich die stille Klause und der Dichterling kehrte nach Hause. Sein kerndeutscher Geist neigte sich im Priestergewand zu dem vor Ehrfurcht knienden H. C. Bumsti und sprach: "Sei gesegnet ohne Ende." Das war lange und H. C. Bumstis Knie waren bereits wund. Er lauschte dennoch begierig dem Reimeschmied: "Steirische Holzer, holzt mir gut. Mit Büchsenkolben die Serbenbrut".

Die Pilgerfahrt zur Festenburg veränderte sein Leben. Über dem Tor ein schlichtes "Willkommen H. C.". Bumstis strahlend blaue Augen erleuchteten die düsteren Räume. Schon öffnete sich die stille Klause und der Dichterling kehrte nach Hause. Sein kerndeutscher Geist neigte sich im Priestergewand zu dem vor Ehrfurcht knienden H. C. Bumsti und sprach: "Sei gesegnet ohne Ende." Das war lange und H. C. Bumstis Knie waren bereits wund. Er lauschte dennoch begierig dem Reimeschmied: "Steirische Holzer, holzt mir gut. Mit Büchsenkolben die Serbenbrut".

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Bumsti nickte, erinnerte sich daran, dass er seiner Frau das Beuschl von einem Serben versprochen hatte, und dachte dabei an einen pfuschenden, der deutschen Sprache ohnehin nicht mächtigen Handwerker. Werde ich mit deinen Versen auch die Herzen der städtischen Jugend auf Facebook erobern, fragte er den Dichter besorgt. Der machte ihm ein Zeichen aufzustehen, ritzte mit dem Schwert seinen und Bumstis Schwurfinger und nach einem lauten "Au weh" tranken die beiden aus einem Stierhorn Blutsbrüderschaft. Von diesem Augenblick an fühlte sich Bumsti unbesiegbar. Das Gemenge aus Blut und Kernöl hatte ihm unermessliche Kraft eingeflößt. Er beschloss, alle seine Feinde künftig wie ein deutscher Recke mit dem Schwert in der Hand zu bekämpfen. Zuvor postete ihm der Dichter eine SMS: "Mit uns sind die himmlischen Scharen all, Sankt Michel ist unser Feldmarschall", Bumsti mailte verschreckt zurück: "Feinde vernichten, aber welche?" Plötzlich war der Empfang gestört. Bumstinazi! An Feinden herrscht kein Mangel, beruhigte sich H. C. Bumsti und beschloss, selbst mit dem Dichten zu beginnen. Demnächst als Kanzler mit einer neuen Hymne für unser Land.

Franz Zoglauer

Der Autor ist Kulturmoderator beim Privatsender ATV.

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