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Im Film "Hinterholz 8" schlittert Roland Düringer als Häuslbauer ins Verderben.

Von Klischees trieft dieser Film, und jedes kriegt sein Fett ab. Wie aus einem Traum ein Alptraum und aus einem ausgeglichenen Familienvater ein Amokläufer wird, schildert "Hinterholz 8", die Verfilmung des gleichnamigen Erfolgsprogrammes des Kabarettisten Roland Düringer. Der Anfang ist harmlos, nett und lustig. Da ist Düringer noch der liebenswerte Familienvater Herbert Krcal, der vom Elk-Haus träumt. Souverän besucht die aufstrebende Kleinfamilie die "Blaue Lagune". Nur Sohn Philipp alias Rudolf Rohaczek stört durch seine dauernden Beamversuche auf die "Enterprise" das Sonntagsidyll ein wenig. Ehefrau Nina Proll ist noch "Mausi" im kessen lachsfarbenen Minikostüm.

Mit der Entdeckung eines lieblichen Häuschens in abbruchreifem Zustand beginnt der Horrortrip. Alfred Dorfer als wunderbar desinteressiert gelackter Bankbeamter Eberl dreht dem naiven Herbert einen Kredit an. Architektenschwager Willi (Lukas Resetarits) bemerkt launig bei der Sonntagsjause im schwiegerelterlichen Gartenhaus den sozialen Abstieg "von Lagerfeld zu Lagerhaus." Aus "Mausi" wird die "Oide". Das Traumhaus hat Tücken und die Selbstbauwochenenden zerren an den Nerven.

Spätestens, als Herbert sein vielgeliebtes Statussymbol "Auto" zertrümmert, wird klar, daß hier einer rot sieht. Nichts bleibt mehr, wie es war. Mit jedem Stein, der aus dem Traumhaus fällt, löst sich ein Stück mehr aus Herberts Psyche und Substanz. Geld, Auto, Frau, Häuslbauerkumpanen und Job: Herbert verliert, was man verlieren kann. Plötzlich tut das Lachen schon weh, und bliebt fast im Hals stecken. Aber damit dann doch alles ganz zum Schluß mit dem lieben, schwachen Herbert nicht gar so schlimm ausgeht, läßt sich Regisseur und Co-Drehbuchautor Harald Sicheritz noch etwas einfallen. Denn wir sind ja im Kino, und nicht im Leben.

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