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Feuilleton

Action-Kino, grandios

1945 1960 1980 2000 2020
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"Drive“: Regisseur Nicolas Winding Refn erhielt zuletzt in Cannes die Regie- Palme für seine stilbildende Verfilmung. Eine und doch keine Überraschung.

Er hat keinen Namen. Wenn er spricht, dann nur das Notwendigste. Mit seiner silbernen Jacke, auf deren Rücken ein Skorpion prangt, sieht er verdammt gut aus. Und wenn er sich ans Steuer eines Fluchtautos setzt, kann kein anderer Fahrer mithalten. Die Hauptfigur der Filmes "Drive“ ist kein Mann aus Fleisch und Blut, sondern die Verkörperung des Cool. Ein Mythos. Für so jemanden kann die Liebe zu einer Frau nicht das Glück, sondern nur den Untergang mit sich bringen. Als ihm diese tatsächlich begegnet, kommt es, wie es kommen muss: Mit archaischer Wucht nimmt das Schicksal seinen unbarmherzigen Lauf.

Der großartige Ryan Gosling spielt den namenlosen Fahrer, der sich tagsüber als Automechaniker und Stuntman verdingt, aber in der Nacht Einbrechern und Räubern seine Fahrkünste zur Verfügung stellt. Eines Tages lernt er seine Nachbarin Irene (Carey Mulligan) und deren kleinen Sohn kennen. Stumme Blicke und kleine Gesten machen klar: Hier haben sich zwei Menschen gefunden. Als Irenes Mann Standard (Oscar Isaac) aus dem Gefängnis entlassen wird, zieht sich der Driver mit stoischer Miene zurück. Doch als Gangster die wiedervereinte Familie bedrohen, willigt der Driver ein, den Fluchtwagen bei jenem Überfall zu fahren, der Standard den Ausstieg aus dem kriminellen Milieu ermöglichen soll. Aber der Coup geht natürlich schief.

Als der vermeintliche Action-Thriller den Regiepreis beim Filmfestival in Cannes erhielt, war die Überraschung groß. Doch wer in erster Linie quietschende Reifen und sich überschlagende Autos erwartet, liegt falsch. Der dänische Regisseur Nicolas Winding Refn hat mit "Drive“ ein absolutes Meisterwerk geschaffen, das auf virtuose Weise Elemente vereint, die gegensätzlicher nicht sein könnten: Poesie und nervenzerfetzende Spannung, Melancholie und extreme Gewalt.

Film-Elegie einer unerfüllten Liebe

Das Autofahren wird in "Drive“ fast zur Nebensache, obwohl schon die erste Verfolgungsjagd grandios inszeniert ist. Vielmehr schildert "Drive“ in elegischen Bildern eine unerfüllte Liebe. Wahrscheinlich findet selbst der einzige Kuss nur in der Fantasie statt. Real sind hingegen die plötzlichen Explosionen extremer Gewalt, welche die Schönheit der reinen Liebe umso schmerzvoller schillern lassen. Perfekt auch die Besetzung der Nebenrollen: die TV-Serien-Stars Bryan Cranston ("Breaking Bad“) und Christina Hendricks ("Mad Men“) sowie der herrlich dick auftragende Ron Pearlman und der als Gangsterboss gegen sein Image besetzte Komiker Albert Brooks.

"Drive“: Regisseur Nicolas Winding Refn erhielt zuletzt in Cannes die Regie- Palme für seine stilbildende Verfilmung. Eine und doch keine Überraschung.

Er hat keinen Namen. Wenn er spricht, dann nur das Notwendigste. Mit seiner silbernen Jacke, auf deren Rücken ein Skorpion prangt, sieht er verdammt gut aus. Und wenn er sich ans Steuer eines Fluchtautos setzt, kann kein anderer Fahrer mithalten. Die Hauptfigur der Filmes "Drive“ ist kein Mann aus Fleisch und Blut, sondern die Verkörperung des Cool. Ein Mythos. Für so jemanden kann die Liebe zu einer Frau nicht das Glück, sondern nur den Untergang mit sich bringen. Als ihm diese tatsächlich begegnet, kommt es, wie es kommen muss: Mit archaischer Wucht nimmt das Schicksal seinen unbarmherzigen Lauf.

Der großartige Ryan Gosling spielt den namenlosen Fahrer, der sich tagsüber als Automechaniker und Stuntman verdingt, aber in der Nacht Einbrechern und Räubern seine Fahrkünste zur Verfügung stellt. Eines Tages lernt er seine Nachbarin Irene (Carey Mulligan) und deren kleinen Sohn kennen. Stumme Blicke und kleine Gesten machen klar: Hier haben sich zwei Menschen gefunden. Als Irenes Mann Standard (Oscar Isaac) aus dem Gefängnis entlassen wird, zieht sich der Driver mit stoischer Miene zurück. Doch als Gangster die wiedervereinte Familie bedrohen, willigt der Driver ein, den Fluchtwagen bei jenem Überfall zu fahren, der Standard den Ausstieg aus dem kriminellen Milieu ermöglichen soll. Aber der Coup geht natürlich schief.

Als der vermeintliche Action-Thriller den Regiepreis beim Filmfestival in Cannes erhielt, war die Überraschung groß. Doch wer in erster Linie quietschende Reifen und sich überschlagende Autos erwartet, liegt falsch. Der dänische Regisseur Nicolas Winding Refn hat mit "Drive“ ein absolutes Meisterwerk geschaffen, das auf virtuose Weise Elemente vereint, die gegensätzlicher nicht sein könnten: Poesie und nervenzerfetzende Spannung, Melancholie und extreme Gewalt.

Film-Elegie einer unerfüllten Liebe

Das Autofahren wird in "Drive“ fast zur Nebensache, obwohl schon die erste Verfolgungsjagd grandios inszeniert ist. Vielmehr schildert "Drive“ in elegischen Bildern eine unerfüllte Liebe. Wahrscheinlich findet selbst der einzige Kuss nur in der Fantasie statt. Real sind hingegen die plötzlichen Explosionen extremer Gewalt, welche die Schönheit der reinen Liebe umso schmerzvoller schillern lassen. Perfekt auch die Besetzung der Nebenrollen: die TV-Serien-Stars Bryan Cranston ("Breaking Bad“) und Christina Hendricks ("Mad Men“) sowie der herrlich dick auftragende Ron Pearlman und der als Gangsterboss gegen sein Image besetzte Komiker Albert Brooks.