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Feuilleton

Ein typischer Unamerikaner

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Das in der McCarthy-Ära in den USA der späten 1940er-Jahre mächtige "Kommitee für unamerikanische Umtriebe" des US-Kongresses, das sich gegen nationalsozialistische Aktivitäten richtete, bald aber "Kommunisten" im Visier hatte, kam vor kurzem auch in "Hail, Caesar!" der Coen-Brüder zu Ehren. Immerhin fiel dort George Clooney als falscher Cäsar den Linkslinken anheim, die ihn mit harten Mitteln - deliziösen und geometrisch geschnittenen Mini-Sandwiches zum Tee - einer Gehirnwäsche (im wörtlichen Sinne der Reinigung) unterzogen und ihn beinahe erfolgreich zum freien, weil vom Hollywood-Studio-System unabhängigen Denker umfunktionierten.

Ernsthafter nimmt sich "Trumbo" Regisseur Jay Roach des Themas an, wenngleich auch er in seiner Adaption der Biografie über den berühmten Drehbuchautor Dalton Trumbo (u.a. für Otto Premingers "Exodus" und Stanley Kubricks "Spartacus") Komisches verweben kann. Bryan Cranston (legendärer Walter White in "Breaking Bad") spielt Trumbo, der 1947, wie einige andere Filmschaffende in Hollywood, massiv unter Druck gesetzt wird, sich von allem "Unamerikanischen" loszusagen und verdächtige Kollegen anzuschwärzen.

Hexenjagd in der Filmmetropole

"Don't let anybody tell you what to think", ist eine der Phrasen, die sich als metaphorischer Bedeutungsstrang durch den Film ziehen, allerdings bleiben Roach und Drehbuchautor John McNamara unentschieden zwischen Hommage an die Ära und Kritik am System. Im Vordergrund stehen die Konsequenzen der Hexenjagd fürs Berufs- und Privatleben Trumbos: Er verliert seinen Job und kann lange nur unter Pseudonym arbeiten. In Cranstons nuancierter Darstellung ist er ein Mann mit starken Überzeugungen und einem Hang zu Moralpredigten, der seiner Frau Cleo (Diane Lane) und den drei Kindern (darunter Elle Fanning als aufstrebende Bürgerrechtlerin) viel zumutet, aber auch ein gewitzter Künstler, der seine Situation produktiv meistert.

Trumbo

USA, 2015. Regie: Jay Roach.

Mit Bryan Cranston, Diane Lane, Helen Mirren, Michael Stuhlbarg. Constantin. 124 Min.

Das in der McCarthy-Ära in den USA der späten 1940er-Jahre mächtige "Kommitee für unamerikanische Umtriebe" des US-Kongresses, das sich gegen nationalsozialistische Aktivitäten richtete, bald aber "Kommunisten" im Visier hatte, kam vor kurzem auch in "Hail, Caesar!" der Coen-Brüder zu Ehren. Immerhin fiel dort George Clooney als falscher Cäsar den Linkslinken anheim, die ihn mit harten Mitteln - deliziösen und geometrisch geschnittenen Mini-Sandwiches zum Tee - einer Gehirnwäsche (im wörtlichen Sinne der Reinigung) unterzogen und ihn beinahe erfolgreich zum freien, weil vom Hollywood-Studio-System unabhängigen Denker umfunktionierten.

Ernsthafter nimmt sich "Trumbo" Regisseur Jay Roach des Themas an, wenngleich auch er in seiner Adaption der Biografie über den berühmten Drehbuchautor Dalton Trumbo (u.a. für Otto Premingers "Exodus" und Stanley Kubricks "Spartacus") Komisches verweben kann. Bryan Cranston (legendärer Walter White in "Breaking Bad") spielt Trumbo, der 1947, wie einige andere Filmschaffende in Hollywood, massiv unter Druck gesetzt wird, sich von allem "Unamerikanischen" loszusagen und verdächtige Kollegen anzuschwärzen.

Hexenjagd in der Filmmetropole

"Don't let anybody tell you what to think", ist eine der Phrasen, die sich als metaphorischer Bedeutungsstrang durch den Film ziehen, allerdings bleiben Roach und Drehbuchautor John McNamara unentschieden zwischen Hommage an die Ära und Kritik am System. Im Vordergrund stehen die Konsequenzen der Hexenjagd fürs Berufs- und Privatleben Trumbos: Er verliert seinen Job und kann lange nur unter Pseudonym arbeiten. In Cranstons nuancierter Darstellung ist er ein Mann mit starken Überzeugungen und einem Hang zu Moralpredigten, der seiner Frau Cleo (Diane Lane) und den drei Kindern (darunter Elle Fanning als aufstrebende Bürgerrechtlerin) viel zumutet, aber auch ein gewitzter Künstler, der seine Situation produktiv meistert.

Trumbo

USA, 2015. Regie: Jay Roach.

Mit Bryan Cranston, Diane Lane, Helen Mirren, Michael Stuhlbarg. Constantin. 124 Min.