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Feuilleton

Grätzl-Geschichte und Weltbühne

1945 1960 1980 2000 2020
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Soziale Brennpunkte gibt es genug, und der österreichische Film arbeitet sich daran nur allzu gerne ab, meist in (sehr) dramatischer Form, seltener im leichten Komödienfach. Genau das versucht nun Regisseur Michi Riebl mit seiner Grätzl-Geschichte "Planet Ottakring", in der Kleinkriminelle und zwielichtige Typen rund um den Wiener Yppenplatz aufeinandertreffen. Eine erpresserische Kreditgeberin hat den ganzen "Hieb" in ihren Klauen, ein junger Wilder (überzeugend: Michael Steinocher) will das Treiben gemeinsam mit einer deutschen Studentin (Cornelia Gröschel) beenden. Das Sympathische an diesem lässigen Wien-Film ist die beiläufige Art, wie er aus einer Kleinstadtkomödie eine Weltbühne (Planet!) zaubert, oder anders gesagt: Wie er das große Ganze im Kleinen abbildet. Ansonsten bemüht der Film zwar einige Stereotypen, die man aus romantischen Komödien und Gangsterfilmen kennt, zeichnet seine Charaktere aber durchwegs liebenswert und sehr wienerisch. Ein neuer Esprit für das heimische Kino.

Planet Ottakring

A 2015. Regie: M. Riebl. Mit M. Steinocher, C. Gröschel. Lunafilm. 90 Min.