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Kein "ehrenwerter" Snowden

So gerne Bruce Schneier eine Bewußtseinsänderung in der Gesellschaft sehen würde - da ist sie noch nicht. Der Film über den Whistleblower Edward Snowden, den Starregisseur Oliver Stone in Europa präsentiert hat, entpuppt sich in den USA als veritabler Ladenhüter. Und auch sonst scheint der Druck der Zivilgesellschaft Richtung Reform nicht so recht Wirkung zu entfalten. Ein Parlamentsausschuss in den USA hat dem Informanten Edward Snowden ehrenwerte Motive bei der Weitergabe von Geheimdienstinformationen rundweg abgesprochen. Snowden sei "kein Held", sondern er sei ein "unzufriedener Angestellter gewesen, der häufig Konflikte mit Vorgesetzten hatte". Das ist in einem Untersuchungsbericht zu lesen, den der Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses am Donnerstag nach zweijähriger Ermittlungsarbeit vorlegte. "Er ist ein Verräter, der seine Kollegen und sein Land vorsätzlich verraten hat." Die Autoren legen den Schluss nahe, dass der frühere Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA aus persönlicher Unzufriedenheit die Geheimdaten weitergab, die dann einen weltweiten Skandal auslösten. Snowden sei "nur zwei Wochen, bevor er mit dem illegalen Herunterladen geschützter Informationen begann, abgemahnt worden", heißt es in dem Bericht.

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