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Kunst-Kafka Kogler

1945 1960 1980 2000 2020

Umfassende Peter Kogler-Ausstellung im Kunsthaus Bregenz.

1945 1960 1980 2000 2020

Umfassende Peter Kogler-Ausstellung im Kunsthaus Bregenz.

Peter Kogler gehört zu jenen anerkannten österreichischen Künstlern, die im Zuge der Verjüngung der Professorenschaft an der Akademie der Bildenden Künste in Wien eine Professur erhalten haben. Der 1959 in Innsbruck geborene Künstler kann bereits auf zwei documenta-Beteiligungen in Kassel (1992 und 1997) und eine Einladung zur Biennale in Venedig (1995) verweisen. Das Kunsthaus Bregenz präsentiert nun erstmals zentrale Arbeiten Koglers seit 1986. Die Ausstellung reicht von raumgestaltenden Vorhängen über Siebdrucke, die in ihrem Rastermuster die Unkenntlichkeit des Individuums thematisieren bis zu den für Kogler typischen Röhren-Mustern, die auch als aufblasbare Raum-Installation auftauchen.

Keine Kontemplation, sondern Aktion und aktives Sich-Behaupten fordert diese Art von Kunst. Sehr deutlich wird dies im obersten Geschoß, wo eine eigens für das Bregenzer Kunsthaus konzipierte 360-Grad-Videoprojektion den Betrachter in ein umfassendes Raum-Erlebnis zwingt. Die Statik der klar strukturierten Vorhänge im Erdgeschoß steht im krassen Gegensatz zu den immer wiederkehrenden Modulen des obersten Geschoßes, die sich ständig verformen, begleitet von einem geisterhaften Sound-Programm. Koglers Kunst wird zur Metapher für eine Welt, in der sich der Einzelne in der Flut medialer Reize und Labyrinthe zu verlieren droht.

In einer Ausstellung der Wiener Kunsthalle werden derzeit Bruce Naumann und Samuel Beckett miteinander in Beziehung gesetzt. Peter Koglers literarische Wahlverwandtschaft könnte mit Franz Kafka, dem Dichter des modernen, ausweglosen Labyrinths benannt werden.

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