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Feuilleton

Unter Medizinern sind Depressionen zweimal häufiger

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Österreichs Ärzten geht es nicht gut. Ihre Depressionsrate ist doppelt so hoch wie jene des Bevölkerungsdurchschnitts. Mehr als die Hälfte der österreichischen Ärzte sind Burn-out-gefährdet. Zum Vergleich: bei den Wiener Pflichtschullehrern ist es ein Drittel. "Das sind erschreckende Zahlen“, bekräftigt Peter Hofmann von der Universitätsklinik für Psychiatrie in Graz, Autor einer von der Ärztekammer in Auftrag gegebenen Burn-out-Studie.

Am stärksten betroffen von Burn-out sind die jungen, in Ausbildung befindlichen Ärzte, die in Wien tätigen Mediziner und jene Ärzte, die an einem sogenannten Standardkrankenhaus arbeiten. Als Ursache gelten ein Übermaß an administrativen Tätigkeiten, die Überschreitung der Arbeitszeithöchstgrenzen sowie das Missverhältnis zwischen Verantwortung und Entscheidungskompetenz. "Die Produktivität ist überall im Gesundheitssystem höher geworden“, resümiert Hofmann: "Das System profitiert davon, aber die darin Tätigen bekommen nichts zurück. Im Gegenteil: Ressourcen werden ihnen weggenommen.“ (M. K.)