Austria two Australia - © Foto: Filmladen
Film

"Austria 2 Australia": In der Reiseblase

1945 1960 1980 2000 2020

Thomas Taborsky über den neuen Dokumentarfilm "Austria 2 Australia" von Andreas Buciuman und Dominik Bochis.

1945 1960 1980 2000 2020

Thomas Taborsky über den neuen Dokumentarfilm "Austria 2 Australia" von Andreas Buciuman und Dominik Bochis.

Auch Abenteurer trifft die Pandemie hart: Im Internet finden sich genug Berichte von Projekten, die jäh in völliger Unsicherheit, schon allein angesichts dicht gemachter Grenzen abgebrochen werden mussten. Auf einen Film wie „Austria 2 Australia“ blicken manche deshalb mit etwas Wehmut. Die österreichischen Hobbyradler Andreas Buciuman und Dominik Bochis reisten von April 2017 bis Februar 2018 quer über die Kontinente, bloggten und filmten ihre Erlebnisse.

Kursorisch erzählt der Dokumentarfilm vom Aufmachen ins Unbekannte. Auch im Kommentar bleibt er meist im Moment und kennt nur ein großes Ganzes: Was verlangt die Reise ab, wo steht sie auf der Kippe? Eine Aufmerksamkeitsblase bildet sich, in der die beiden Pedaleure mit tagelangem Gegenwind, Wassermangel und w.o. gebenden Knien sich mühen und dabei aufsaugen, was ihnen die Umgebung bietet, etwa wenn ein Schäfer in Abbottabad durch die Überreste des Verstecks von Osama bin Laden führt. Fragen darüber hinaus lässt diese Reisechronik offen.

Eher noch gibt sie Aufschluss über das moderne Abenteuer selbst, über die frappierende Sichtbarkeit der Doppelfunktion Protagonist – Mediencrew in Zeiten von Facebook, Actioncam und Kameradrohne.