Guglhupfgeschwader - filmszene - © Constantin

Bayrischer Guglhupfwestern

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„Guglhupfgeschwader“: Das Dienstjubiläum eines Dorfpolizisten wird turbulent.

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„Guglhupfgeschwader“: Das Dienstjubiläum eines Dorfpolizisten wird turbulent.

Auch im achten Teil der Heimatkrimi-Reihe nach den schmackhaft betitelten Bestsellern von Rita Falk steht drauf, was drin ist: Ein „Guglhupfgeschwader“ wird zum zehnjährigen Dienstjubiläum des bayrischen Dorfpolizisten Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) von der Oma (Enzi Fuchs) vorbereitet, ganz zum Missfallen seines Kumpels Rudi (Simon Schwarz), der sich vernachlässigt fühlt. Vor der Feier aber muss ein neuer Fall gelöst werden: Die Bude der örtlichen Trafikantin ist in die Luft geflogen, weil es mafiöse Geldeintreiber auf deren Sohn abgesehen haben. In den folgenden Verwicklungen spielt ein nicht eingelöster Lottoschein ebenso eine Rolle wie eine missglückte Paartherapie und ein Ausflug ins tschechische Spielkasino. Das Stamm-Ensemble rund um die Familie Eberhofer wird dabei kongenial um Stefanie Reinsperger ergänzt, die als nervige Esoterik-Tante und Rudis neue Freundin viele Lacher auf ihrer Seite hat. Es ist ein weiterer, routiniert abgedrehter Provinzkrimi geworden, der trotz seiner Kinoauswertung ähnlich wie die vergangenen Teile vor allem für die Hauptsendezeit im Fernsehen konzipiert zu sein scheint. Als Zuseher(in) wird man mit bayrischem Schmäh bei Laune gehalten und bekommt am Ende sogar eine spektakuläre Schießerei geboten, in der es das titelgebende Guglhupfgeschwader in Zeitlupe zerfetzt. Als hätten sich die Rosenheim-Cops in einen Spaghetti-Western verirrt, gelangt dieses kulinarisch-kinematographische Crossover so zu einem würdigen Abschluss. Eine neue Genre-Bezeichung drängt sich auf: der Guglhupfwestern.

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