Hello again
Film

„Hello Again – Ein Tag für immer“: Im Schatten des Murmeltiers

1945 1960 1980 2000 2020

Thomas Taborsky über eine "gar leichtgewichtige" deutsche Filmkomödie.

1945 1960 1980 2000 2020

Thomas Taborsky über eine "gar leichtgewichtige" deutsche Filmkomödie.

Zu selten bleiben im Kino Fragen unbeantwortet. In der romantischen Zeitschleifenkomödie „Hello Again“ ist es nur eine, nämlich welche Macht die Mittzwanzigerin Zazie ständig ein und denselben Tag durchleben lässt. Vielleicht ist es ja die Toilettenfrau, die von Millionen von Universen spricht und Schopenhauer zitiert. An der Sache ändert das aber nichts: Jede Nacht wird Zazie vom Rumpeln im Nebenzimmer geweckt, und wenn sie nichts unternimmt, zerschellt kurz darauf ihre kleine Engelsstatuette am Boden. Am Vormittag erwartet sie dann immer die Hochzeit des besten Freunds seit Kindertagen, den sie fünf Jahre nicht mehr gesehen hat. Samt Mitbewohner Anton rückt sie aus, ihn von der Trauung abzuhalten, doch gelingen will es ihr nie. Bei ihren Anläufen erfährt Zazie neben reichlich Schmerz und Demütigung mehr über die Beteiligten, sich selbst – und über den treuen Anton, der Gefühle für sie hegt.

Darin liegt die Gemeinsamkeit der Filme in ihrem kleinen Subgenre: Ziel ist das persönliche Wachstum einer Person. So war es auch beim Klassiker „Und täglich grüßt das Murmeltier“, dessen Schatten diese Variante auf Dauer weder entkommen kann noch will. Sie legt das Thema hauptsächlich jünger an, weiblicher und mit weniger Humor, der aus der Wiederholung schöpft. Hier dudeln keine Sonny und Cher aus dem Radiowecker, sondern spiegeln Coverversionen von „Mr. Sandman“ die momentane Stimmungslage. Wie so viele große deutsche Komödien ist „Hello Again“ mit Herz und Klischee gespielt und vernarrt in Äußerlichkeiten, etwa eine Ausstattung, die besser in der Werbung aufgehoben wäre. Die existenzielle Tiefe fehlt hingegen diesem Leichtgewicht, das zwischendurch zwar amüsiert, jedoch selbst im Unerwarteten erwartbar bleibt.

Der Autor ist Filmkritiker.