Mrs. Taylor's Singing Club - © Foto: Constantin

"Mrs. Taylor's Singing Club": Singende Soldatenfrauen

1945 1960 1980 2000 2020

Walter Gasperi über die englische Komödie "Mrs. Taylor’s Singing Club".

1945 1960 1980 2000 2020

Walter Gasperi über die englische Komödie "Mrs. Taylor’s Singing Club".

Schon Kay Pollak hat 2004 im Überraschungserfolg „Wie im Himmel“ von der befreienden Kraft des Chorgesangs erzählt. Peter Cattaneo stützt sich in „Mrs. Taylorʼs Singing Club“ auf die wahre Geschichte britischer Soldatenfrauen, die 2011 während eines Afghanistan-Einsatzes ihrer Männer einen Chor gründeten. Im Zentrum stehen als Gegenpole die versnobte und steife Kate (Kristin Scott Thomas) und die spontane und chaotische Lisa (Sharon Horgan). Heftige Konflikte sind vorhersehbar, da beide die Leitung für sich beanspruchen, Kate aber die Frauen zu einem professionellen Chor formen will, Lisa es dagegen nur um lockeres gemeinsames Singen geht.

Zahlreiche Hürden und Rückschläge müssen so überwunden werden, und nicht verwunderlich ist, dass mehrfach auf „Rocky“ Bezug genommen wird, denn wie in diesem Boxer- film geht es natürlich auch hier darum, dass man durchhalten und kämpfen muss, um schließlich zum Ziel zu kommen. Wo dort freilich der Einzelkampf steht, geht es hier um Gemeinschaftssinn und Solidarität der Frauen. Die Differenzen erscheinen dabei als wichtige Stufen auf dem Weg zur Läuterung, denn durch den Chor lernen die Protagonistinnen sich ihren persönlichen Problemen zu stellen und diese offen anzugehen. Durchaus routiniert ist das inszeniert, lässt aber jeden Pfiff und jede Originalität vermissen.

Ganz auf die Konventionen klassischer Feelgood-Movies wie seines eigenen Erfolgsfilms „Ganz oder gar nicht“ oder Nigel Coles „Kalender Girls“ verlässt sich Cattaneo. Kristin Scott Thomas als resoluter Soldatengattin, die sich langsam wandelt, zuzusehen, bereitet freilich dennoch Vergnügen. Aber auch die anderen Rollen sind treffend besetzt, so dass das Ensemble zusammen mit den zahlreichen Pop-Songs für gelöste Stimmung sorgt und zumindest teilweise über die Schwächen hinwegsehen lässt.

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