Takara - Takara spricht im Film keine einziges Wort und zeigt die Welt aus der Perspektive eines Kindes. - © Rainer Messerklinger

"Takara": Es geht auch ohne Worte

1945 1960 1980 2000 2020

Ein kleiner Bub, gerade sechs Jahre alt, steht im Zentrum dieses eigenwilligen, schon auch sehr poetischen Films aus Japan: „Takara“ von Damien Mahivel und Kohei Igarashi, bereits 2017 in Venedig gezeigt, schafft es erst jetzt, mit der Wiederöffnung der Kinos, in Österreich auf die große Leinwand.

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Ein kleiner Bub, gerade sechs Jahre alt, steht im Zentrum dieses eigenwilligen, schon auch sehr poetischen Films aus Japan: „Takara“ von Damien Mahivel und Kohei Igarashi, bereits 2017 in Venedig gezeigt, schafft es erst jetzt, mit der Wiederöffnung der Kinos, in Österreich auf die große Leinwand.

Jeden Morgen, wenn der Fischer zur Arbeit geht, ist auch sein kleiner Sohn angehalten, sich auf den Weg in die Schule zu machen. Doch eines Tages beschließt der Kleine, vom Schulweg abzukommen und spontan in eine verschneite Landschaft abzubiegen, wo er umher wandert und allerlei Begegnungen und Erfahrungen macht. Gesprochen wird hier im gesamten Film kein einziges Wort, wiewohl der Bub keineswegs stumm ist; wenn ihn ein Hund anbellt, dann bellt er gerne auch einmal zurück. Unterwegs ist er bald in der Situation, einen Zug zu besteigen, der ihn in eine andere Stadt bringen wird. Es ist eine neue Welt, die sich ihm jetzt auftut. Angesiedelt ist „Takara“ in Yukiguni, einer tief verschneiten Gegend, und das Ziel der Bahnreise des Buben ist Aomori. Im Gepäck hat er eine Buntstift-Zeichnung, bald verliert er einen Handschuh und auch seine Mütze. Sein Ziel ist eigentlich: seinem Vater nachzufahren. Die Bilder entwickeln teilweise einen Sog, aber man muss sich diesem Sog auch hingeben können, sonst erschließt sich einem die Magie von „Takara“ nicht. Die beiden Filmemacher, der eine aus Japan, der andere aus Frankreich, setzen hier auf eine Entschleunigung, die man selbst im Kunstkino nur mehr noch selten vorfinden kann.

Die Kadrage des Films im 4:3-Format, wie bei einem alten Fernseher, und seine große, fast elegante Schlichtheit bieten ein außergewöhnliches Filmerlebnis, das sich ganz auf den kindlichen Protagonisten zuspitzt. Es zeigt auch, dass es nicht unbedingt immer Dialog braucht, um eine gehaltvolle Geschichte zu erzählen. Auch wenn diese Geschichte den Sehgewohnheiten zuwider läuft, die Streamingdienste wie Netflix und Amazon im Corona-Jahr gelehrt haben: „Takara“ ist voller Schönheit und Anmut, und zeigt uns die Welt aus der Perspektive eines Kindes. Viele Bilder werden uns bekannt vorkommen, aus einer Zeit, als wir selbst noch Kinder waren.

Jeden Morgen, wenn der Fischer zur Arbeit geht, ist auch sein kleiner Sohn angehalten, sich auf den Weg in die Schule zu machen. Doch eines Tages beschließt der Kleine, vom Schulweg abzukommen und spontan in eine verschneite Landschaft abzubiegen, wo er umher wandert und allerlei Begegnungen und Erfahrungen macht. Gesprochen wird hier im gesamten Film kein einziges Wort, wiewohl der Bub keineswegs stumm ist; wenn ihn ein Hund anbellt, dann bellt er gerne auch einmal zurück. Unterwegs ist er bald in der Situation, einen Zug zu besteigen, der ihn in eine andere Stadt bringen wird. Es ist eine neue Welt, die sich ihm jetzt auftut. Angesiedelt ist „Takara“ in Yukiguni, einer tief verschneiten Gegend, und das Ziel der Bahnreise des Buben ist Aomori. Im Gepäck hat er eine Buntstift-Zeichnung, bald verliert er einen Handschuh und auch seine Mütze. Sein Ziel ist eigentlich: seinem Vater nachzufahren. Die Bilder entwickeln teilweise einen Sog, aber man muss sich diesem Sog auch hingeben können, sonst erschließt sich einem die Magie von „Takara“ nicht. Die beiden Filmemacher, der eine aus Japan, der andere aus Frankreich, setzen hier auf eine Entschleunigung, die man selbst im Kunstkino nur mehr noch selten vorfinden kann.

Die Kadrage des Films im 4:3-Format, wie bei einem alten Fernseher, und seine große, fast elegante Schlichtheit bieten ein außergewöhnliches Filmerlebnis, das sich ganz auf den kindlichen Protagonisten zuspitzt. Es zeigt auch, dass es nicht unbedingt immer Dialog braucht, um eine gehaltvolle Geschichte zu erzählen. Auch wenn diese Geschichte den Sehgewohnheiten zuwider läuft, die Streamingdienste wie Netflix und Amazon im Corona-Jahr gelehrt haben: „Takara“ ist voller Schönheit und Anmut, und zeigt uns die Welt aus der Perspektive eines Kindes. Viele Bilder werden uns bekannt vorkommen, aus einer Zeit, als wir selbst noch Kinder waren.

Takara - Filmplakat Takara - © Rainer Messerklinger
© Rainer Messerklinger
ARTHAUS Film

Takara

Takara J/F 2017.
Regie: Damien Mahivel und Kohei Igarashi.
Mit Takara Kogawa, Takashi Kogawa, Chisato Kogawa.
Filmgarten. 78 Min.

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