Long Shot - Charlize Theron und Seth Rogen in der Film­komödie „Long Shot“ - © Constantin

Vergrabene Haltung

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Jeder tut so, als wäre er für den Underdog, heißt es in der romantischen Politkomödie „Long Shot“, um ihn am Ende doch im Stich zu lassen. Die Chancen stehen also weder rosig für den globalen Umweltpakt von Charlotte (Charlize Theron), der US-Außenministerin, die kurz vor der Präsidentschaftskandidatur steht, noch für Fred (Seth Rogen). Der war schon als Zwölfjähriger in seine damalige Nachbarin und Babysitterin verliebt. Inzwischen ist er ein bärtiger Hipster und prinzipientreuer Inves­tigativjournalist, den sie als Redenschreiber engagiert, damit er ihren Ansprachen ein menschlicheres Antlitz verleiht.

Die beiden bewegen sich in einer recht einfallslosen Parodie der Gegenwart: Ein selbstverliebter Tölpel sitzt im Weißen Haus, ein schmieriger Medienzar schleicht durch den Vorhof der Macht und der kanadische Premier ist fesch. Der Film könnte auch anders, zum Beispiel deutet er kurz an, wie polarisiert die USA sind und politische Gräben selbst private Freundschaften belasten.

Das Bisschen an Haltung vergräbt er jedoch so gut es geht unter seinen verkrampften, schockierenden, manchmal verbitterten Gags. Tatsächlich scheint es mittlerweile das größte Risiko zu sein, einen Stoff wie diesen mit Niveau und Eloquenz abzuhandeln.

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