"Was wir wollten" - Elyas M’Barek und Alice Lavinia Wilson als ein Paar in Midlife-Nöten

"Was wir wollen": Krampfhaft um Klischee und Zeitgeist bemüht

1945 1960 1980 2000 2020

Alexandra Zawia über "Was wir wollen" von Ulrike Kofler.

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Alexandra Zawia über "Was wir wollen" von Ulrike Kofler.

Was Niklas (Elyas M’Barek) und Alice (Lavinia Wilson) wollten, war miteinander ein Kind zu bekommen. Am besten eines, das „meine Haare und deine Augen“ hat, wie Alice an einer Stelle dieses Spielfilmdebüts von Ulrike Kofler in einem pastellig-kitschigen Traum unironisch fantasiert. Adoption käme für das „eigentlich“ glückliche, gebildete und gut situierte Paar, das gerade ein Haus in einer Wiener Vorstadt bauen lässt, nämlich nicht in die Kanüle.

Als kurz vor Alices 40. Geburtstag (wann sonst?!) auch der vierte Versuch der künstlichen Befruchtung fehl schlägt, befinden sich die beiden also am Rande des Nervenzusammenbruchs und fahren auf Urlaub nach Sardinien. Im benachbarten Bungalow treffen sie ausgerechnet auf ein Ehepaar mit zwei Kindern, einer kleinen Tochter, die zu Alice „traurige Frau“ sagt und einem depressiv-pubertierenden Sohn, den es (bitte Ohren zuhalten!) verhütungstechnisch gar nicht geben sollte.

Die mütterliche Nachbarin ist vollbusig, sinnlich, lebensfroh, was Niklas seine Sexlust wieder spüren lässt, nachdem Alice von Kofler (und Co-Autorinnen Sandra Bohle und Maria Kreutzer) als deprimierte Kinderlose ins kühl-frigide Eck geschrieben und inszeniert worden ist. Doch keine Sorge, die Beziehung hält, nicht zuletzt, weil die Autorinnen auch augenöffnend vorführen: Kinder können voll arge Probleme machen! Dann doch lieber das Energiespar-Haus, denken sich Alice und Niklas, wieder zurück in Wien. Letztlich wichtiger als ein Kind ersehnen beide nur ein Happyend: Dass „hoffentlich die Aussicht nie verbaut“ wird.

Nun gibt es zahlreiche ähnlich platte, Klischee-triefende und krampfhaft um „Zeitgeist“ bemühte Melodramen zum Thema, sogar auf gleichsam mittelmäßigem TV-Niveau. Warum ausgerechnet dieser Film die österreichische Einreichung für den Oscar war, gibt ihm zumindest etwas Rätselhaftes.

Was Niklas (Elyas M’Barek) und Alice (Lavinia Wilson) wollten, war miteinander ein Kind zu bekommen. Am besten eines, das „meine Haare und deine Augen“ hat, wie Alice an einer Stelle dieses Spielfilmdebüts von Ulrike Kofler in einem pastellig-kitschigen Traum unironisch fantasiert. Adoption käme für das „eigentlich“ glückliche, gebildete und gut situierte Paar, das gerade ein Haus in einer Wiener Vorstadt bauen lässt, nämlich nicht in die Kanüle.

Als kurz vor Alices 40. Geburtstag (wann sonst?!) auch der vierte Versuch der künstlichen Befruchtung fehl schlägt, befinden sich die beiden also am Rande des Nervenzusammenbruchs und fahren auf Urlaub nach Sardinien. Im benachbarten Bungalow treffen sie ausgerechnet auf ein Ehepaar mit zwei Kindern, einer kleinen Tochter, die zu Alice „traurige Frau“ sagt und einem depressiv-pubertierenden Sohn, den es (bitte Ohren zuhalten!) verhütungstechnisch gar nicht geben sollte.

Die mütterliche Nachbarin ist vollbusig, sinnlich, lebensfroh, was Niklas seine Sexlust wieder spüren lässt, nachdem Alice von Kofler (und Co-Autorinnen Sandra Bohle und Maria Kreutzer) als deprimierte Kinderlose ins kühl-frigide Eck geschrieben und inszeniert worden ist. Doch keine Sorge, die Beziehung hält, nicht zuletzt, weil die Autorinnen auch augenöffnend vorführen: Kinder können voll arge Probleme machen! Dann doch lieber das Energiespar-Haus, denken sich Alice und Niklas, wieder zurück in Wien. Letztlich wichtiger als ein Kind ersehnen beide nur ein Happyend: Dass „hoffentlich die Aussicht nie verbaut“ wird.

Nun gibt es zahlreiche ähnlich platte, Klischee-triefende und krampfhaft um „Zeitgeist“ bemühte Melodramen zum Thema, sogar auf gleichsam mittelmäßigem TV-Niveau. Warum ausgerechnet dieser Film die österreichische Einreichung für den Oscar war, gibt ihm zumindest etwas Rätselhaftes.

Was wir wollten

AT 2020.

Regie: Ulrike Kofler.

Mit Lavinia Wilson, Elyas M‘Barek.

Filmladen. 93 Min.

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