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Eisige Welt der Ökonomie

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Die Unvereinbarkeit von Karriere und privatem Glück in einer globalisierten Wirtschaft, die von Menschen größtmögliche Flexibilität erwartet: Darum ging es letzten Sonntag Abend in der deutschen Krimi-Serie K3 - Kripo Hamburg auf ARD. Ein spannender, gut gemachter TV-Krimi mit gesellschaftspolitischer Relevanz, so wie man es an diesem Sendeplatz erwartet: Normalerweise läuft hier der Tatort, zweimal im Jahr jedoch kommt das vierköpfige hanseatische Ermittlerteam an die Reihe.

Es geht das Gerücht um, dass künftig sämtliche Polizeiruf 110-oder K3 - Kripo Hamburg-Mordgeschichten unter der Marke Tatort laufen sollen - was vermutlich das Ende des K3-Teams bedeuten würde. Das wäre ein großer Verlust, wie auch die jüngste Episode zeigte: Präzise führte Regisseur Marcus Weiler vor Augen, wie eine Karrierefrau (Lisa Martinek), gefangen in der eisigen Welt der globalen Ökonomie, an deren knallharten Regeln zerbricht. Wenn der Konzern befiehlt, haben die Human resources zu parieren: Die bevorstehende Versetzung der verheirateten Reederei-Managerin nach Hongkong erweist sich schließlich als Auslöser für den aufzuklärenden Mord.

In K3 ermittelt ein Team von vier dramaturgisch gleichberechtigten Kommissaren (Oliver K. Wnuk, Jürgen Tonkel, Oliver Bäßler und neu mit dabei: Walter Kreye), politisch unkorrekterweise ist keine Frau mit von der Partie. Die Verschiedenheit der Beamten macht den Reiz der Serie aus, weil nicht nur die jeweilige Aufklärungsarbeit, sondern auch die Interpretation des Motivs völlig unterschiedlich ausfällt. Während für den einfältigen Bayern klar ist, dass die Managerin "den Mund nicht voll bekommen" konnte, denkt der neue Chef weiter und benennt die Ursache des Übels mit jenem Wort, das dieser Episode den Titel gegeben hat: Gefangen.