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Wirbel des Bösen

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

"Uzumaki" ist die vielleicht herausragendste Produktion der Horrorwelle, die das japanische Kino seit den neunziger Jahren erfasst hat.

Etwas stimmt nicht mit Toshio Saito. Der Geschäftsmann beginnt wie besessen alles zu sammeln, was eine Spiralform aufweist. Stundenlang filmt er mit seiner Videokamera Schneckenhäuser. Er stiehlt die Leuchtreklame eines Friseurladens, weil diese mit einer Spirale Blicke auf sich zieht. Beim Abendessen mit seiner verängstigten Familie dreht er durch, als es keine Suppeneinlage mehr gibt: in Scheiben geschnittene Fischröllchen, die ein charakteristisches Spiralmuster aufweisen. Schließlich endet Herr Saito deformiert und fein säuberlich aufgerollt in seiner Waschmaschine. In dem japanischen Horrorfilm "Uzumaki" ist dies der Auftakt einer Reihe unheimlicher Ereignisse, die eine Kleinstadt in ihren Bann ziehen und zu vernichten drohen.

"Uzumaki" ("Spirale") ist die vielleicht herausragendste Produktion der Horrorwelle, die das japanische Kino seit den neunziger Jahren heimsucht. Der Film von Higuchinsky - hinter diesem Pseudonym verbirgt sich der 1969 in der Ukraine geborene japanische Regisseur Akihiro Higuchi - basiert auf dem gleichnamigen Manga von Junji Ito. Mangas sind die in allen Gesellschaftsschichten Japans verbreiteten Comics, die - aus westlicher Sicht - von hinten nach vorne geblättert werden. In zwölf zum Teil nur lose miteinander verbundenen Kapiteln der zwei "Uzumaki"-Bände schildert Ito den geheimnisvollen und vernichtenden Einfluss der Spirale auf die Kleinstadt Kourozu-cho aus der Sicht der Schülerin Kirie Goshima. Sie und ihr Freund aus Sandkastenzeiten, Shuichi Saito, werden als erste des unheimlichen Geschehens gewahr.

Der Film beginnt stringent mit der Episode des von der Spirale besessenen Toshio Saito, des Vaters von Shuichi, sowie dem anschließenden Wahn der Mutter, die alle Spiralformen - Haare, Fingerkuppen - ihres Körpers zerstört, bis sie schließlich entdeckt, dass sich im menschlichen Innenohr die so genannte Schnecke befindet ... Im weiteren gelingt es Higuchinsky jedoch nicht, die einzelnen Episoden des Manga zu einer auf einen finalen Punkt und eine Auflösung zusteuernden Handlung zu verknüpfen. Die Schulschönheit, die zu einer Art Medusa mutiert, der gemobbte Schüler und seine Peiniger, die sich in Schnecken verwandeln - reizvolle Geschichten, die jedoch in der Luft hängen.

Da es sich bei "Uzumaki" um einen Film mit Kunstanspruch handelt, ist das zunehmende Zerfasern der Geschichte kein Manko, so etwas kommt in einem Arthouse-Film öfters vor. So ist es vor allem die Optik, mit der "Uzumaki" besticht. Die allgegenwärtigen Spiralen und Wirbel sind natürlich ideal geeignet für meisterhafte Überblendungen und Schnitte sowie die Komposition von Bildern, die sich hypnotisch um den Mittelpunkt zu drehen scheinen und die den Zuseher ebenso anziehen wie die rotierende Waschmaschinentrommel den unglücklichen Toshio Saito.

UZUMAKI

Japan 2000. Regie: Higuchinsky.

Mit Eriko Hatsune, Fhi Fan, Ren Osugi,

Keiko Takahashi. Verleih: Polyfilm. 91 Min.

"Uzumaki" ist die vielleicht herausragendste Produktion der Horrorwelle, die das japanische Kino seit den neunziger Jahren erfasst hat.

Etwas stimmt nicht mit Toshio Saito. Der Geschäftsmann beginnt wie besessen alles zu sammeln, was eine Spiralform aufweist. Stundenlang filmt er mit seiner Videokamera Schneckenhäuser. Er stiehlt die Leuchtreklame eines Friseurladens, weil diese mit einer Spirale Blicke auf sich zieht. Beim Abendessen mit seiner verängstigten Familie dreht er durch, als es keine Suppeneinlage mehr gibt: in Scheiben geschnittene Fischröllchen, die ein charakteristisches Spiralmuster aufweisen. Schließlich endet Herr Saito deformiert und fein säuberlich aufgerollt in seiner Waschmaschine. In dem japanischen Horrorfilm "Uzumaki" ist dies der Auftakt einer Reihe unheimlicher Ereignisse, die eine Kleinstadt in ihren Bann ziehen und zu vernichten drohen.

"Uzumaki" ("Spirale") ist die vielleicht herausragendste Produktion der Horrorwelle, die das japanische Kino seit den neunziger Jahren heimsucht. Der Film von Higuchinsky - hinter diesem Pseudonym verbirgt sich der 1969 in der Ukraine geborene japanische Regisseur Akihiro Higuchi - basiert auf dem gleichnamigen Manga von Junji Ito. Mangas sind die in allen Gesellschaftsschichten Japans verbreiteten Comics, die - aus westlicher Sicht - von hinten nach vorne geblättert werden. In zwölf zum Teil nur lose miteinander verbundenen Kapiteln der zwei "Uzumaki"-Bände schildert Ito den geheimnisvollen und vernichtenden Einfluss der Spirale auf die Kleinstadt Kourozu-cho aus der Sicht der Schülerin Kirie Goshima. Sie und ihr Freund aus Sandkastenzeiten, Shuichi Saito, werden als erste des unheimlichen Geschehens gewahr.

Der Film beginnt stringent mit der Episode des von der Spirale besessenen Toshio Saito, des Vaters von Shuichi, sowie dem anschließenden Wahn der Mutter, die alle Spiralformen - Haare, Fingerkuppen - ihres Körpers zerstört, bis sie schließlich entdeckt, dass sich im menschlichen Innenohr die so genannte Schnecke befindet ... Im weiteren gelingt es Higuchinsky jedoch nicht, die einzelnen Episoden des Manga zu einer auf einen finalen Punkt und eine Auflösung zusteuernden Handlung zu verknüpfen. Die Schulschönheit, die zu einer Art Medusa mutiert, der gemobbte Schüler und seine Peiniger, die sich in Schnecken verwandeln - reizvolle Geschichten, die jedoch in der Luft hängen.

Da es sich bei "Uzumaki" um einen Film mit Kunstanspruch handelt, ist das zunehmende Zerfasern der Geschichte kein Manko, so etwas kommt in einem Arthouse-Film öfters vor. So ist es vor allem die Optik, mit der "Uzumaki" besticht. Die allgegenwärtigen Spiralen und Wirbel sind natürlich ideal geeignet für meisterhafte Überblendungen und Schnitte sowie die Komposition von Bildern, die sich hypnotisch um den Mittelpunkt zu drehen scheinen und die den Zuseher ebenso anziehen wie die rotierende Waschmaschinentrommel den unglücklichen Toshio Saito.

UZUMAKI

Japan 2000. Regie: Higuchinsky.

Mit Eriko Hatsune, Fhi Fan, Ren Osugi,

Keiko Takahashi. Verleih: Polyfilm. 91 Min.