Volksoper Wien: Turbulenzen gemeinsam trotzen

1945 1960 1980 2000 2020

Nicht wer wenig hat, sondern wer viel wünscht, ist arm“, wusste schon Seneca. Ein Leben wie im Märchen, aber was ist, wenn sich plötzlich alles zum anderen wendet, die Idylle in eine Katastrophe umschlägt?

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Nicht wer wenig hat, sondern wer viel wünscht, ist arm“, wusste schon Seneca. Ein Leben wie im Märchen, aber was ist, wenn sich plötzlich alles zum anderen wendet, die Idylle in eine Katastrophe umschlägt?

Dieser Thematik stellt sich Stephen Sondheims Musical-Klassiker „Into the Woods“. Im ersten Teil seines Zweiakters lässt er vier Märchen – Aschenputtel, Rotkäppchen, Rapunzel und das im angelsächsischen Raum populäre Jack and the Beanstalk (Hans und die Bohnenranke) – überlappend ablaufen. Im zweiten Teil konfrontiert er die Protagonisten mit für sie unerwarteten Situationen. Das bringt sie vorerst gegeneinander auf, ehe sie erkennen, nur gemeinsam den Turbulenzen erfolgreich trotzen zu können. „Niemand ist allein“ ist eine der wesentlichen Botschaften dieses auf einem Buch von James Lapine fußenden Stücks.

Unprätentiös arbeitet die Regie von Olivier Tambosi und Simon Eichenberger (er zeichnet zudem für die choreografischen Einlagen verantwortlich) in der jeweils auf das Wesentliche konzentrierten, stimmigen Bühnenarchitektur von Frank Philipp Schlößmann die hier angesprochenen unterschiedlichen Ebenen heraus. Dass die Inszenierung nach der Pause an Spannung und Witz zulegt, liegt auch an der Konzeption des Werks. Robert Meyer als Erzähler versucht Ordnung in die einzelnen Handlungsfäden zu bringen. Allerdings: Sondheim geht es nicht um eine lineare Handlung, sondern um Erkenntnisgewinn aus einer Vielfalt von Geschehnissen.

Mehr schauspielerisch als gesanglich vermag die Besetzung zu überzeugen. Mit Peter Lesiak und Julia Koci als Bäckerehepaar, das alles tut, um zu einem Kind zu kommen, und damit auch den über den anderen Personen liegenden Fluch lösen kann, Martina Dorak als Aschenputtels hartherziger Stiefmutter, Laura Friedrich Tejero als grauem Aschenputtel, Drew Sarich als hinterhältigem Wolf, Juliette Khalil als selbstbewusstem Rotkäppchen, Bettina Mönch als markanter Hexe, Lauren Urquhart als anmutiger Rapunzel oder Oliver Liebl als tölpelhaftem Hans. Erika Pluhar verlieh der Riesin ihre markante Stimme. Wolfram-Maria Märtig am Pult des präzise studierten Volksopernorchesters führte mit viel Akribie durch die Partitur, sorgte vor allem dafür, dass die Worte der Darsteller stets deutlich über die Rampe kamen.

Dieser Thematik stellt sich Stephen Sondheims Musical-Klassiker „Into the Woods“. Im ersten Teil seines Zweiakters lässt er vier Märchen – Aschenputtel, Rotkäppchen, Rapunzel und das im angelsächsischen Raum populäre Jack and the Beanstalk (Hans und die Bohnenranke) – überlappend ablaufen. Im zweiten Teil konfrontiert er die Protagonisten mit für sie unerwarteten Situationen. Das bringt sie vorerst gegeneinander auf, ehe sie erkennen, nur gemeinsam den Turbulenzen erfolgreich trotzen zu können. „Niemand ist allein“ ist eine der wesentlichen Botschaften dieses auf einem Buch von James Lapine fußenden Stücks.

Unprätentiös arbeitet die Regie von Olivier Tambosi und Simon Eichenberger (er zeichnet zudem für die choreografischen Einlagen verantwortlich) in der jeweils auf das Wesentliche konzentrierten, stimmigen Bühnenarchitektur von Frank Philipp Schlößmann die hier angesprochenen unterschiedlichen Ebenen heraus. Dass die Inszenierung nach der Pause an Spannung und Witz zulegt, liegt auch an der Konzeption des Werks. Robert Meyer als Erzähler versucht Ordnung in die einzelnen Handlungsfäden zu bringen. Allerdings: Sondheim geht es nicht um eine lineare Handlung, sondern um Erkenntnisgewinn aus einer Vielfalt von Geschehnissen.

Mehr schauspielerisch als gesanglich vermag die Besetzung zu überzeugen. Mit Peter Lesiak und Julia Koci als Bäckerehepaar, das alles tut, um zu einem Kind zu kommen, und damit auch den über den anderen Personen liegenden Fluch lösen kann, Martina Dorak als Aschenputtels hartherziger Stiefmutter, Laura Friedrich Tejero als grauem Aschenputtel, Drew Sarich als hinterhältigem Wolf, Juliette Khalil als selbstbewusstem Rotkäppchen, Bettina Mönch als markanter Hexe, Lauren Urquhart als anmutiger Rapunzel oder Oliver Liebl als tölpelhaftem Hans. Erika Pluhar verlieh der Riesin ihre markante Stimme. Wolfram-Maria Märtig am Pult des präzise studierten Volksopernorchesters führte mit viel Akribie durch die Partitur, sorgte vor allem dafür, dass die Worte der Darsteller stets deutlich über die Rampe kamen.

Into the Woods

Volksoper Wien, 4., 9., 14., 19. Juni

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