Die Bachforelle: Eine Perle von einem Fisch

Manch intensive Auseinandersetzung mit jenen Lebewesen, die wir oft und gerne verzehren, kann einem zu denken geben, dass wir regelrechte Naturwunder so uns-nichts euch-nichts in unsern Mägen versenken. Die Bachforelle erwischt es da noch härter als andere Tiere, denn sie wird von uns auch noch reinsten Gewissens mit Steinen oder Knüppeln zu Tode gebracht. Dabei zeigt die Forelle Verhaltensweisen, die als hoch entwickelt bezeichnet werden müssen. Wir würden „Marktsensibilität“ dazu sagen.
Wenn etwa eines dieser schönen Tiere in einem Kleingewässer, einem kleinen Gewässer mit stark wechselnden Nahrungsangebot steht, dann fressen alle Forellen alles, sogar einander. Hunger ist der beste Koch, heißt es. Ökonomen würden eine Gesellschaft mit optimalem Wettbewerb erkennen: Die Nachfrage überwiegt stets das Angebot. Sobald sich aber das Gewässer in eine Art Luxusdomäne wandelt, etwa ein klarer Alpenfluss mit reichlich Insekten und Fressbarem, verändern die Forellen ihre Lebenseinstellung: Aus Allesfressern werden wohlüberlegte Spezialisten.

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