Kirchen wehren sich gegen parteipolitische Vereinnahmung

Mit dem Abendland hat es zur Zeit in Österreich vor allem ein politisches Lager: Schon im März 2007 wetterte FP-Chef Heinz Christian Strache als Vize-Obmann des Schutzvereines "SOS Abendland" gegen die Gefährdung der "abendländischen Werte" durch die "Islamisierung Europas". Nachdem von diesem Verein in der Folge wenig zu hören war, kommt das Abendlands-Thema nun im FP-Wahlkampf zur Europawahl wieder in die öffentliche Auseinandersetzung. So wird der 7. Juni zum "Tag der Abrechnung" erklärt, und die Freiheitlichen wahlkämpfen mit dem Slogan "Abendland in Christenhand" (Plakat siehe oben).

Kurz, prägnant und eindeutig fiel die Reaktion des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRKÖ), des Dachverbandes der relevanten christlichen Kirchen im Lande, aus: "Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich verwahrt sich entschieden gegen jede Vereinnahmung des christlichen Glaubens auf Wahlplakaten. Wir stellen klar: Jedes Land ist in Gottes Hand. Christen rechnen nicht ab, sondern stiften Frieden", so der Wortlaut der ÖRKO-Stellungnahme. (ofri)

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