Weihnachtsbaumwurm - © Foto: Klaus Stiefel

Frohe Weihnachtsbaumwürmer

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Weihnachtsbäume gibt es auch dort, wo man sie gar nicht erwarten würde: In Korallenriffen kann man sie in bunter Miniaturform bestaunen. Es sind Würmer, bei denen die Evolution tief in die Trickkiste gegriffen hat. Ein Porträt aus dem Pazifik.

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Weihnachtsbäume gibt es auch dort, wo man sie gar nicht erwarten würde: In Korallenriffen kann man sie in bunter Miniaturform bestaunen. Es sind Würmer, bei denen die Evolution tief in die Trickkiste gegriffen hat. Ein Porträt aus dem Pazifik.

Es sind ungewöhnliche Tiere, die um diese Jahreszeit weltweit in den Sozialen Medien auftauchen, zusammen mit einem Schriftzug, der „Frohe Weihnachten!“ wünscht: Die oberflächliche Ähnlichkeit der Weihnachtsbaumwürmer mit einem Christbaum beschert den Tieren jedes Jahr im Dezember große Popularität. Was aber macht diese Würmer so besonders?

Wie die in Österreich heimischen Regenwürmer gehören die Weihnachtsbaumwürmer zu den Ringelwürmern – allerdings zu den Vielborstern. Sie leben in tropischen und subtropischen Meeren, wo sie sich in Korallenblöcke bohren. Dadurch ist ihr Körper vor Fressfeinden, derer es in Korallenriffen viele gibt, sicher. Nur ihre stark spezialisierten Kiefer ragen aus dem Korallenblock heraus. Mit diesen Kiefern filtrieren sie die kleinen Organismen des Plankton aus dem Meerwasser, von denen sie sich ernähren. Der so hübsch aussehende „Weihnachtsbaum“ aus bunten Tentakeln ist also ein Wurm-Kiefer. Aber anders als der Christbaum vor dem Wiener Rathaus sind diese „Bäume“ im Meer recht klein, mit einem Basisdurchmesser von nur ca. einem Zentimeter.

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