Chaos Walking - © Daisy Ridley und Tom Holland in der wenig originellen Sci-Fi-Actiongeschichte „Chaos Walking“.

"Chaos Walking": Wenn Gedanken sichtbar werden

1945 1960 1980 2000 2020

Thomas Taborsky über die Sci-Fi-Actiongeschichte „Chaos Walking“.

1945 1960 1980 2000 2020

Thomas Taborsky über die Sci-Fi-Actiongeschichte „Chaos Walking“.

Mit Versatzstücken aus der Vergangenheit eine mögliche Zukunft greifbar machen – darin erklärt sich, warum gerade in der amerikanischen Science-Fiction oft der Wilde Westen herhalten muss und mitunter vom Space Western die Rede ist. Das Genre hat genauso Klassiker wie Gene Roddenberrys „Raumschiff Enterprise“ wie auch bizarre, wörtliche Umsetzungen wie „Cowboys and Aliens“ hervorgebracht.

Bei „Chaos Walking“ haben die Siedler für ihre Reise nach New World sogar die Pferde mitgenommen – es fehlt aber der Saloon, so wie die Frauen. Todd, der letzte Junge in Prentisstown, kann sich nur an seine Mutter erinnern. Er ist ein Außenseiter, auch weil er den Noise nicht kontrollieren kann, die Gedanken, die auf diesem Planeten hör- und sichtbar aus jedem der Bewohner strömen. Auch den Fund, den er im Wald hinter seiner Farm macht, kann er nicht verheimlichen: Eine Raumkapsel ist dort bruchgelandet.

Die einzige Überlebende ist – ein Mädchen. Nur kurz ist sie „Gast“ in der Siedlung, dann ist sie auf der Flucht. Die Männer von Prentisstown, allen voran der Bürgermeister und der Prediger, wollen nicht, dass sie ihr Mutterschiff und die zweite Welle der Kolonisten heran ruft. Helfen kann ihr nur Todd, der von seinem Vater erfährt, dass es noch eine zweite Siedlung gibt. In seiner Entstehungsgeschichte ist „Chaos Walking“ eher ein wandelndes Chaos. Von der Romanvorlage von Patrick Ness sind nur Grundzüge übriggeblieben. Sie wurden zu einer wenig originellen Actiongeschichte zusammengesetzt, die zwar mit dem Noise einen netten Effekt hat, aber schwer mit Klischees und Glaubwürdigkeit kämpft. Selbst Mads Mikkelsen trägt unter seinem gigantischen roten Fell dabei nicht zur Rettung bei.

Mit Versatzstücken aus der Vergangenheit eine mögliche Zukunft greifbar machen – darin erklärt sich, warum gerade in der amerikanischen Science-Fiction oft der Wilde Westen herhalten muss und mitunter vom Space Western die Rede ist. Das Genre hat genauso Klassiker wie Gene Roddenberrys „Raumschiff Enterprise“ wie auch bizarre, wörtliche Umsetzungen wie „Cowboys and Aliens“ hervorgebracht.

Bei „Chaos Walking“ haben die Siedler für ihre Reise nach New World sogar die Pferde mitgenommen – es fehlt aber der Saloon, so wie die Frauen. Todd, der letzte Junge in Prentisstown, kann sich nur an seine Mutter erinnern. Er ist ein Außenseiter, auch weil er den Noise nicht kontrollieren kann, die Gedanken, die auf diesem Planeten hör- und sichtbar aus jedem der Bewohner strömen. Auch den Fund, den er im Wald hinter seiner Farm macht, kann er nicht verheimlichen: Eine Raumkapsel ist dort bruchgelandet.

Die einzige Überlebende ist – ein Mädchen. Nur kurz ist sie „Gast“ in der Siedlung, dann ist sie auf der Flucht. Die Männer von Prentisstown, allen voran der Bürgermeister und der Prediger, wollen nicht, dass sie ihr Mutterschiff und die zweite Welle der Kolonisten heran ruft. Helfen kann ihr nur Todd, der von seinem Vater erfährt, dass es noch eine zweite Siedlung gibt. In seiner Entstehungsgeschichte ist „Chaos Walking“ eher ein wandelndes Chaos. Von der Romanvorlage von Patrick Ness sind nur Grundzüge übriggeblieben. Sie wurden zu einer wenig originellen Actiongeschichte zusammengesetzt, die zwar mit dem Noise einen netten Effekt hat, aber schwer mit Klischees und Glaubwürdigkeit kämpft. Selbst Mads Mikkelsen trägt unter seinem gigantischen roten Fell dabei nicht zur Rettung bei.

ChaosWalking_Plakat - © Constantin
© Constantin
Film

Chaos Walking

USA 2021.
Regie: Doug Liman.
Mit Tom Holland, Daisy Ridley, Mads Mikkelsen.
Constantin. 109 Min.

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