Cruella - © Cruella“ mit Emma Stone und Emma Thompson gefällt durch Opulenz und Extravaganza: grandiose Besetzung, oscarreife Kostüme.

Cruella: Zeit für Disneys böse Heldinnen

1945 1960 1980 2000 2020

Matthias Greuling über eine Neuinterpretation mit Kultpotential

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Matthias Greuling über eine Neuinterpretation mit Kultpotential

Eigentlich ist Estella (Emma Stone, grandios besetzt) eine talentierte Designerin, doch ihr Traum von der steilen Karriere als Modemacherin im London der 1970er Jahre scheint nicht in Erfüllung zu gehen. Dafür ist die junge Frau aus viel zu mittellosen Kreisen einfach nicht skrupellos genug. Vorerst. Denn die Amateur-Diebin, die sich mit Gelegenheitsdiebstählen über Wasser hält, bekommt die einmalige Chance, ein einzigartiges Kleid für einen Popstar zu entwerfen.

Doch was ist das richtige Material? Estella hat eine Vorliebe für Hundefell. Die Vorgeschichte zu Disneys „101 Dalmatiner“ ist ein Porträt der Kult-Bösewichtin Cruella de Vil geworden, und als Antagonistin hat man der famos aufspielenden Emma Stone die nicht minder talentierte Emma Thompson in der Rolle der Modezarin Baroness gegenübergesetzt, in deren Modeimperium sich Estella von der Putzfrau zur Modeassistentin hocharbeitet. Das alles im Setting eines London der 1970er Jahre, vollgestopft mit Punk, Rock, Beatles, Stones und weiteren lässigen Tracks, hat durchaus Kultpotenzial. Denn Disney wagt damit die Neuinterpretation seiner eigenen Klassiker, die optisch dem Zeitgeist angepasst werden und Möglichkeiten für weitere Spin Offs eröffnen, und das nicht nur im Genre des Trickfilms, sondern auch in weiteren Varianten:

So ist „Cruella“ zuallererst ein Heist Movie, also eigentlich ein Verbrecherfilm, in dem Raubüberfälle begangen werden. Spätestens ab dem Zeitpunkt, ab dem Estella endgültig zu ihrem bösen Alter Ego Cruella wird und sie in Opposition zur Baroness geht, wird auch das Action-Moment ins Zentrum gerückt. Dazu ein ganzes Mode-Brimborium, denn schließlich geht es ja um Mode. Und genau deshalb sieht „Cruella“ auch so verdammt gut aus. Der Oscar für die besten Kostüme dürfte dem Film im kommenden Jahr so gut wie sicher sein. Regisseur Craig Gillespie trumpft jedenfalls groß auf und rückt – nach „Maleficient“ – erneut eine Bösewichtin und Antiheldin ins Zentrum. Dazu gesellen sich die Elemente, die man spätestens seit „Der Teufel trägt Prada“ gerne in modeaffinen Kinofilmen zitiert: Eitelkeiten, Glamour, Glitzer und schillernde Extravaganza, untermalt vom lässig-lockersten Soundtrack, den Disney jemals in Filmen ab sechs eingesetzt hat. Es lohnt sich, „Cruella“ im Kino zu sehen, obwohl der Film bereits bei Disney Plus läuft.

Eigentlich ist Estella (Emma Stone, grandios besetzt) eine talentierte Designerin, doch ihr Traum von der steilen Karriere als Modemacherin im London der 1970er Jahre scheint nicht in Erfüllung zu gehen. Dafür ist die junge Frau aus viel zu mittellosen Kreisen einfach nicht skrupellos genug. Vorerst. Denn die Amateur-Diebin, die sich mit Gelegenheitsdiebstählen über Wasser hält, bekommt die einmalige Chance, ein einzigartiges Kleid für einen Popstar zu entwerfen.

Doch was ist das richtige Material? Estella hat eine Vorliebe für Hundefell. Die Vorgeschichte zu Disneys „101 Dalmatiner“ ist ein Porträt der Kult-Bösewichtin Cruella de Vil geworden, und als Antagonistin hat man der famos aufspielenden Emma Stone die nicht minder talentierte Emma Thompson in der Rolle der Modezarin Baroness gegenübergesetzt, in deren Modeimperium sich Estella von der Putzfrau zur Modeassistentin hocharbeitet. Das alles im Setting eines London der 1970er Jahre, vollgestopft mit Punk, Rock, Beatles, Stones und weiteren lässigen Tracks, hat durchaus Kultpotenzial. Denn Disney wagt damit die Neuinterpretation seiner eigenen Klassiker, die optisch dem Zeitgeist angepasst werden und Möglichkeiten für weitere Spin Offs eröffnen, und das nicht nur im Genre des Trickfilms, sondern auch in weiteren Varianten:

So ist „Cruella“ zuallererst ein Heist Movie, also eigentlich ein Verbrecherfilm, in dem Raubüberfälle begangen werden. Spätestens ab dem Zeitpunkt, ab dem Estella endgültig zu ihrem bösen Alter Ego Cruella wird und sie in Opposition zur Baroness geht, wird auch das Action-Moment ins Zentrum gerückt. Dazu ein ganzes Mode-Brimborium, denn schließlich geht es ja um Mode. Und genau deshalb sieht „Cruella“ auch so verdammt gut aus. Der Oscar für die besten Kostüme dürfte dem Film im kommenden Jahr so gut wie sicher sein. Regisseur Craig Gillespie trumpft jedenfalls groß auf und rückt – nach „Maleficient“ – erneut eine Bösewichtin und Antiheldin ins Zentrum. Dazu gesellen sich die Elemente, die man spätestens seit „Der Teufel trägt Prada“ gerne in modeaffinen Kinofilmen zitiert: Eitelkeiten, Glamour, Glitzer und schillernde Extravaganza, untermalt vom lässig-lockersten Soundtrack, den Disney jemals in Filmen ab sechs eingesetzt hat. Es lohnt sich, „Cruella“ im Kino zu sehen, obwohl der Film bereits bei Disney Plus läuft.

cruella poster. - © Disney
© Disney
Film

Cruella

USA 2021.
Regie: Craig Gillespie.
Mit Emma Stone, Emma Thompson.
Disney. 134 Min.

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