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Feuilleton

Perfekte Unterhaltung

1945 1960 1980 2000 2020
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Etwas über eine Million Österreicher sahen zu, wie Miriam Weichselbraun in ihrem klingonischen Abendkleid Rainer Schönfelder und seine professionelle Tanzpartnerin zu den Siegern von "Dancing Stars“ erklärte. Nun ist die achte Staffel der ORF-Show vorbei und der Alltag wird wieder seinen grauen Schleier über das Leben der Teilnehmer und Zuschauer legen. Auch wenn viele über "Dancing Stars“ schimpfen: Das von der BBC zugekaufte Format bot wieder einmal perfekte Unterhaltung - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Prominenten (auch wenn diesmal einige von ihnen kaum jemand kannte) dabei zuzusehen, wie sie sich in einer für sie komplett neuen Disziplin, nämlich dem Profitanz, behaupten müssen und dabei über ihre Grenzen hinauswachsen, ist nach einer langen Arbeitswoche, wenn Entspannung und Kurzweil angesagt sind, genau das richtige. Die anachronistische Tätigkeit des Paartanzes, die eleganten, exzentrischen und die Grenzen des guten Geschmacks strapazierenden Kostüme, der an "Sissi“-Filme erinnernde Tonfall der Jurymitglieder Thomas Schäfer-Elmayer und Hannes Nedbal beschwören den Glamour vergangener Zeiten herauf. Die Kombination aus zeitgenössischer Selbsterfahrung und herrlich unzeitgemäßem Rahmen macht den Reiz der Show aus. Ein Lob auch für die Moderatoren Klaus Eberhartinger, obwohl er beim Zünden seines Schmäh-Feuerwerks bisweilen zu Peinlichkeiten neigt, und für die bezaubernde Miriam Weichselbraun, die mit ihrem unvergleichlichen Charme glänzte. Chapeau!

Aber, lieber ORF, das sind keine Lorbeeren, auf denen man sich ausruhen darf. Nun gilt es, auch wieder einmal im ernsten Fach zu brillieren. Wann kommen endlich hochkarätige Dokumentationen wie das auf ORF III verräumte "Österreich I“ oder geniale US-Fernsehserien wie "Mad Men“ oder "Homeland“ im Hauptabendprogramm von ORF eins oder ORF 2?

Etwas über eine Million Österreicher sahen zu, wie Miriam Weichselbraun in ihrem klingonischen Abendkleid Rainer Schönfelder und seine professionelle Tanzpartnerin zu den Siegern von "Dancing Stars“ erklärte. Nun ist die achte Staffel der ORF-Show vorbei und der Alltag wird wieder seinen grauen Schleier über das Leben der Teilnehmer und Zuschauer legen. Auch wenn viele über "Dancing Stars“ schimpfen: Das von der BBC zugekaufte Format bot wieder einmal perfekte Unterhaltung - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Prominenten (auch wenn diesmal einige von ihnen kaum jemand kannte) dabei zuzusehen, wie sie sich in einer für sie komplett neuen Disziplin, nämlich dem Profitanz, behaupten müssen und dabei über ihre Grenzen hinauswachsen, ist nach einer langen Arbeitswoche, wenn Entspannung und Kurzweil angesagt sind, genau das richtige. Die anachronistische Tätigkeit des Paartanzes, die eleganten, exzentrischen und die Grenzen des guten Geschmacks strapazierenden Kostüme, der an "Sissi“-Filme erinnernde Tonfall der Jurymitglieder Thomas Schäfer-Elmayer und Hannes Nedbal beschwören den Glamour vergangener Zeiten herauf. Die Kombination aus zeitgenössischer Selbsterfahrung und herrlich unzeitgemäßem Rahmen macht den Reiz der Show aus. Ein Lob auch für die Moderatoren Klaus Eberhartinger, obwohl er beim Zünden seines Schmäh-Feuerwerks bisweilen zu Peinlichkeiten neigt, und für die bezaubernde Miriam Weichselbraun, die mit ihrem unvergleichlichen Charme glänzte. Chapeau!

Aber, lieber ORF, das sind keine Lorbeeren, auf denen man sich ausruhen darf. Nun gilt es, auch wieder einmal im ernsten Fach zu brillieren. Wann kommen endlich hochkarätige Dokumentationen wie das auf ORF III verräumte "Österreich I“ oder geniale US-Fernsehserien wie "Mad Men“ oder "Homeland“ im Hauptabendprogramm von ORF eins oder ORF 2?