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Ist ein schwarzer König rassistisch?

Gesellschaft

Ist ein schwarzer König rassistisch? Nein

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Darf man den Schwarzen unter den drei Königen schwarz anmalen? Man muss es sogar und es wäre absurd, es nicht zu tun. Der Schwarze unter den Dreien symbolisiert nach den biblischen Traditionen („alle Völker huldigen ihm“) eine große Zivilisation und eine gleichberechtigte Gemeinschaft unter den Gemeinschaften der Völker. Es ist also nicht falsch, sondern äußerst wichtig, dass es diesen schwarzen König gibt. Er ist ein König unter Königen. Nicht korrekt wäre es, den Mann als Sklaven hinter den anderen gehen zu lassen. Aber dem ist nicht so. Der König Melchior ist ein Edler unter Edlen. Und gemessen an den Jahrhunderten des Sklavenhandels, die Europa mitverursachte, ist der schwarze König unter den heiligen drei Königen ein Zeichen der Gleichstellung aller Menschen – gleich welcher Hautfarbe.

Echter Rassismus wäre es, den schwarzen König abzuschaffen. Denn dann gäbe es plötzlich nur noch weiße alte Männer, statt weise alte Männer. Wenn wir schon so aufgeweckt sind, an der Dreikönigsszene etwas kritisieren zu können, dann ist es etwas anderes: Wir müssten eigentlich Königinnen unter die Könige mischen. Und generell fragen, warum in dieser ganzen symbolischen Krippenszenerie Maria die einzige Frau unter den weiß Gott wie vielen Anwesenden ist? Aber das fragen wir uns nicht und nehmen damit die patriarchale Ordnung weiter hin – als wäre es nur ein Krippenspiel. Und ganz grundsätzlich: Politische Korrektheit sollte ein Heilmittel für die Gesellschaft sein. Ein Zuviel von einem heilenden Stoff ist ungesund. Und in diesem Sinn besteht die Gefahr, dass sich die Korrektheit bei den drei Königen in Pedanterie verwandelt.

Darf man den Schwarzen unter den drei Königen schwarz anmalen? Man muss es sogar und es wäre absurd, es nicht zu tun. Der Schwarze unter den Dreien symbolisiert nach den biblischen Traditionen („alle Völker huldigen ihm“) eine große Zivilisation und eine gleichberechtigte Gemeinschaft unter den Gemeinschaften der Völker. Es ist also nicht falsch, sondern äußerst wichtig, dass es diesen schwarzen König gibt. Er ist ein König unter Königen. Nicht korrekt wäre es, den Mann als Sklaven hinter den anderen gehen zu lassen. Aber dem ist nicht so. Der König Melchior ist ein Edler unter Edlen. Und gemessen an den Jahrhunderten des Sklavenhandels, die Europa mitverursachte, ist der schwarze König unter den heiligen drei Königen ein Zeichen der Gleichstellung aller Menschen – gleich welcher Hautfarbe.

Echter Rassismus wäre es, den schwarzen König abzuschaffen. Denn dann gäbe es plötzlich nur noch weiße alte Männer, statt weise alte Männer. Wenn wir schon so aufgeweckt sind, an der Dreikönigsszene etwas kritisieren zu können, dann ist es etwas anderes: Wir müssten eigentlich Königinnen unter die Könige mischen. Und generell fragen, warum in dieser ganzen symbolischen Krippenszenerie Maria die einzige Frau unter den weiß Gott wie vielen Anwesenden ist? Aber das fragen wir uns nicht und nehmen damit die patriarchale Ordnung weiter hin – als wäre es nur ein Krippenspiel. Und ganz grundsätzlich: Politische Korrektheit sollte ein Heilmittel für die Gesellschaft sein. Ein Zuviel von einem heilenden Stoff ist ungesund. Und in diesem Sinn besteht die Gefahr, dass sich die Korrektheit bei den drei Königen in Pedanterie verwandelt.