Fabergé-Ei - © opsa / Pixabay
Ausstellung

Fabergé - mehr als Luxus-Eier

1945 1960 1980 2000 2020

Vier der berühmten Fabergé-Eier sind Mittelpunkt einer Ausstellung im Kunsthistorischen Museum Wien, die zeigen möchte, dass der Hofjuwelier der letzten Zaren weit mehr als ebendiese herstellte.

1945 1960 1980 2000 2020

Vier der berühmten Fabergé-Eier sind Mittelpunkt einer Ausstellung im Kunsthistorischen Museum Wien, die zeigen möchte, dass der Hofjuwelier der letzten Zaren weit mehr als ebendiese herstellte.

Fabergé - dieser Name wird gemeinhin mit den prunkvollsten Ostereiern der Welt verbunden. Alljährlich schenkten die russischen Zaren Alexander III. und Nikolaus II. ihren Frauen Goldschmiedearbeiten zum Osterfest, die Peter Carl Fabergé in ihrem Auftrag schuf. Im Kunsthistorischen Museum wird nun in Kooperation mit dem Kreml Museum und dem Fersman Mineralogischen Museum in Moskau gezeigt, was den "Cellini des Nordens" ausmacht - und dass der Name Fabergé für weit mehr als für Ostereier steht.

"Die Eier waren der kleinste Teil dessen, was in der Firma produziert wurde. Die Idee der Ausstellung ist es, Fabergé nicht nur als das zu zeigen, was jeder im Kopf hat, sondern zu präsentieren, was noch alles hergestellt wurde", sagt der Kurator der Schau, Paulus Rainer, im Interview mit der FURCHE.

Überraschung im Inneren

Im Mittelpunkt von "Die Welt von Fabergé", zu sehen bis 18. Mai, stehen dennoch vier Eier aus Diamanten, Brillanten und Gold. "Vier mag wenig klingen, ist es aber nicht, wenn man bedenkt, dass nur 43 der erzeugten 50 Eier erhalten sind, 10 davon im Besitz des Kremls - und dieser nie mehr als drei herausgibt". Das vierte Ei stammt aus dem Fersman Mineralogischen Museum. Rainer hatte freie Wahl und suchte sich jene aus, die eine Überraschung im Inneren bergen. "So können wir einen Bezug zu unserer Sammlung herstellen, da die Kunstkammer ebenfalls viele Automaten zu bieten hat, die etwas können". In einem der ausgestellten Eier befindet sich eine fahrtüchtige Miniatur der Transsibirischen Eisenbahn -es war dieses, das den Weltruhm Fabergés begründete, da es bei der Weltausstellung in Paris zu sehen war. Ein zweites birgt ein Segelschiff, das jenem nachempfunden ist, mit dem Nikolaus II. in seiner Jugend eine weite Reise unternahm. Das dritte Ei aus dem Kreml hat eine Kuppel wie die Uspenski-Kathedrale und imitiert auch im Inneren das Gotteshaus. Zudem spielt es eine vom Zaren geschätzte Melodie. Das vierte Ei, das aus dem Fersman Mineralogischen Museum stammt, zeigt das Sternbild des Zarewitsch, und war das letzte Ei, das Fabergé für die Zarenfamilie anfertigen sollte. Die Revolution kam dazwischen und es blieb unvollendet und wurde später in Teilen gefunden, die vorerst niemand zuzuordnen wusste. Die Eier sind nicht nur oft an ein bestimmtes Ereignis geknüpft, wie eben die Eröffnung der Transsibirischen Eisenbahn, sondern von einer Pracht und einem Einfalls-und Detailreichtum, die ihresgleichen suchen.

In der Ausstellung, die mehr als 160 Pretiosen zeigt, will man neben den Eiern einerseits auf Fabergés Verbindung zum Zarenhaus und die Schenkkultur der Zaren eingehen. Hierbei werden Siegel, Porträts, ein Notizbuch, in dem der Zar auflistete, was er geschenkt bekam, und vieles mehr gezeigt. Mehrere Vitrinen sind der Steinschneidekunst gewidmet.

Die große Bandbreite von Fabergé

Andererseits möchte man Fabergé in den Kontext seiner Zeit setzen und seinen Erzeugnissen solche von Zeitgenossen gegenüber stellen. Von Fabergé sind hier außergewöhnliche und besonders wertvolle Schmuckkreationen zu sehen. "Wenn man daneben Arbeiten anderer Juweliere legt, erkennt man die technische Perfektion, die Ausarbeitung bis ins kleinste Detail und die Kostbarkeit der Materialien bei Fabergé, der beispielsweise gerne mit verschiedenen Goldfarben arbeitete", sagt Rainer. Der Kurator hat Ohrringe und Broschen ebenso ausgewählt wie Alltagsgegenstände, um zu zeigen, wie groß die Bandbreite der Firma war. Traditionelle russische Ikonen werden mitteleuropäisch beeinflusstem Schmuck im Art-Nouveau-Stil gegenübergestellt. "Das hat mitten in der letzten Blüte der europäischen Hofkunst etwas vom verzweifelten Festhalten an Althergebrachtem -in einer Zeit, in der die Revolution nahte", sagt Rainer. "Andererseits setzt Fabergé althergebrachte Formensprache modern um."

Die Ausstellung möchte demnach zeigen, was alles hinter dem Namen Fabergé verborgen ist und was seine Bedeutung ausmacht. "Es ist der Mix", sagt Rainer. "Einerseits ist es ein technisch sehr hohes Niveau, andererseits der Inbegriff von teuer, selten und kostbar. Ein solcher Mythos kann aber nur aufrecht erhalten werden, wenn wirklich etwas vorzuzeigen ist."

Fabergé - dieser Name wird gemeinhin mit den prunkvollsten Ostereiern der Welt verbunden. Alljährlich schenkten die russischen Zaren Alexander III. und Nikolaus II. ihren Frauen Goldschmiedearbeiten zum Osterfest, die Peter Carl Fabergé in ihrem Auftrag schuf. Im Kunsthistorischen Museum wird nun in Kooperation mit dem Kreml Museum und dem Fersman Mineralogischen Museum in Moskau gezeigt, was den "Cellini des Nordens" ausmacht - und dass der Name Fabergé für weit mehr als für Ostereier steht.

"Die Eier waren der kleinste Teil dessen, was in der Firma produziert wurde. Die Idee der Ausstellung ist es, Fabergé nicht nur als das zu zeigen, was jeder im Kopf hat, sondern zu präsentieren, was noch alles hergestellt wurde", sagt der Kurator der Schau, Paulus Rainer, im Interview mit der FURCHE.

Überraschung im Inneren

Im Mittelpunkt von "Die Welt von Fabergé", zu sehen bis 18. Mai, stehen dennoch vier Eier aus Diamanten, Brillanten und Gold. "Vier mag wenig klingen, ist es aber nicht, wenn man bedenkt, dass nur 43 der erzeugten 50 Eier erhalten sind, 10 davon im Besitz des Kremls - und dieser nie mehr als drei herausgibt". Das vierte Ei stammt aus dem Fersman Mineralogischen Museum. Rainer hatte freie Wahl und suchte sich jene aus, die eine Überraschung im Inneren bergen. "So können wir einen Bezug zu unserer Sammlung herstellen, da die Kunstkammer ebenfalls viele Automaten zu bieten hat, die etwas können". In einem der ausgestellten Eier befindet sich eine fahrtüchtige Miniatur der Transsibirischen Eisenbahn -es war dieses, das den Weltruhm Fabergés begründete, da es bei der Weltausstellung in Paris zu sehen war. Ein zweites birgt ein Segelschiff, das jenem nachempfunden ist, mit dem Nikolaus II. in seiner Jugend eine weite Reise unternahm. Das dritte Ei aus dem Kreml hat eine Kuppel wie die Uspenski-Kathedrale und imitiert auch im Inneren das Gotteshaus. Zudem spielt es eine vom Zaren geschätzte Melodie. Das vierte Ei, das aus dem Fersman Mineralogischen Museum stammt, zeigt das Sternbild des Zarewitsch, und war das letzte Ei, das Fabergé für die Zarenfamilie anfertigen sollte. Die Revolution kam dazwischen und es blieb unvollendet und wurde später in Teilen gefunden, die vorerst niemand zuzuordnen wusste. Die Eier sind nicht nur oft an ein bestimmtes Ereignis geknüpft, wie eben die Eröffnung der Transsibirischen Eisenbahn, sondern von einer Pracht und einem Einfalls-und Detailreichtum, die ihresgleichen suchen.

In der Ausstellung, die mehr als 160 Pretiosen zeigt, will man neben den Eiern einerseits auf Fabergés Verbindung zum Zarenhaus und die Schenkkultur der Zaren eingehen. Hierbei werden Siegel, Porträts, ein Notizbuch, in dem der Zar auflistete, was er geschenkt bekam, und vieles mehr gezeigt. Mehrere Vitrinen sind der Steinschneidekunst gewidmet.

Die große Bandbreite von Fabergé

Andererseits möchte man Fabergé in den Kontext seiner Zeit setzen und seinen Erzeugnissen solche von Zeitgenossen gegenüber stellen. Von Fabergé sind hier außergewöhnliche und besonders wertvolle Schmuckkreationen zu sehen. "Wenn man daneben Arbeiten anderer Juweliere legt, erkennt man die technische Perfektion, die Ausarbeitung bis ins kleinste Detail und die Kostbarkeit der Materialien bei Fabergé, der beispielsweise gerne mit verschiedenen Goldfarben arbeitete", sagt Rainer. Der Kurator hat Ohrringe und Broschen ebenso ausgewählt wie Alltagsgegenstände, um zu zeigen, wie groß die Bandbreite der Firma war. Traditionelle russische Ikonen werden mitteleuropäisch beeinflusstem Schmuck im Art-Nouveau-Stil gegenübergestellt. "Das hat mitten in der letzten Blüte der europäischen Hofkunst etwas vom verzweifelten Festhalten an Althergebrachtem -in einer Zeit, in der die Revolution nahte", sagt Rainer. "Andererseits setzt Fabergé althergebrachte Formensprache modern um."

Die Ausstellung möchte demnach zeigen, was alles hinter dem Namen Fabergé verborgen ist und was seine Bedeutung ausmacht. "Es ist der Mix", sagt Rainer. "Einerseits ist es ein technisch sehr hohes Niveau, andererseits der Inbegriff von teuer, selten und kostbar. Ein solcher Mythos kann aber nur aufrecht erhalten werden, wenn wirklich etwas vorzuzeigen ist."

Ausstellung

Die Welt von Fabergé

Kunsthistorisches Museum Wien
bis 18. Mai 2014
Di-So 10-18 Uhr, Do bis 21 Uhr
www.khm.at