A Little Love Package - © Foto: Filmgarten

„A Little Love Package“: Cineastische Wien-Hommage

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Der opulente Bilderreigen entführt an viele unentdeckte Orte Wiens.

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Der opulente Bilderreigen entführt an viele unentdeckte Orte Wiens.

Im ersten Moment fühlt man sich an Richard Linklaters One-Night-Stand „Before Sunrise“ aus 1995 erinnert. Aber auf den zweiten Blick geht „A Little Love Package“, Gastón Solnickis cineastische Wien-Hommage, dann doch weit über ein romantisches Tête-à-Tête zweier Durchreisender hinaus: In einem reduzierten und dann aber letztendlich opulenten Bilderreigen entführt der argentinische Regisseur sein Publikum in die Welten der Donaumetropole: Ausgangsort ist das legendäre Ottakringer Café Weidinger, und Ausgangszeit ist anno 2019, als auch hierzulande das Rauchverbot in den Kaffeehäusern schlagend wurde – ein Tsunami für die Kaffeehauskultur, wie Solnicki vor allem bilderreich insinuiert. Sowohl in der Bildsprache als auch in den Handlungsfäden geht Solnicki assoziativ vor: Angeliki (Papoulia) sucht eine Wohnung. Mit ihrer Innenarchitektin Carmen (Chaplin) besichtigt sie mehrere Objekte, kann sich nicht entscheiden und fragt sich, warum das so und sie unglücklich ist. Dazwischen streift der Film aus der Wienerstadt in die Welt hinaus - beispielsweise nach Südspanien, um dann aber wieder an die Donau zurückzukehren. Eine Klavierschülerin gehört in diesen Plot ebenso wie ein Besuch im Kunsthistorischen Museum sowie Bilder von an sich unentdeckten Orten der Stadt. Keine leichte Kost, aber wer sich auf die Zugangsweise des Films einlässt, wird in dieser Wien-Interpretation einiges zu entdecken wissen.

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