edf2aea4-1681-434e-967f-d94268481172 - © Einhorn

"Das Mädchen deiner Träume": Liebeswirren im Kopf – oder doch wirklich?

1945 1960 1980 2000 2020

Der Film „Das Mädchen deiner Träume“ ist eine sympathische und nur knapp an die Grenze des Kitschs gehende Liebesgeschichte, die viel über die Wirklichkeitswirren eines jungen Mannes mit Schizophrenie erzählt.

1945 1960 1980 2000 2020

Der Film „Das Mädchen deiner Träume“ ist eine sympathische und nur knapp an die Grenze des Kitschs gehende Liebesgeschichte, die viel über die Wirklichkeitswirren eines jungen Mannes mit Schizophrenie erzählt.

Das Genre Romcom über eine auf dem Papier dysfunktionale Lovestory aufgrund medizinischer Umstände ist nicht neu. Man denke an „Midnight Sun“ (2018), wo sich der Terminator-Sprössling Patrick Schwarzenegger in ein Mädel verliebt, das aufgrund der Mondscheinkrankheit niemals bei Tageslicht auf die Straße gehen kann. Aber die Liebe überwindet jedwede biografische Unwirtlichkeit, so der Duktus derartiger Filmkost.

Auch „Das Mädchen deiner Träume“, das Spielfilmdebüt des Australiers Luke Eve, spielt mit derartiger Konstellation. In diesem Fall ist es der Musiker Devon, der im zarten Teenageralter an Schizophrenie erkrankt ist und der sich nicht wie ein braver Kranker verhält, sondern oft genug seine Medikamente verweigert, worauf die persönlichkeitsspaltenden Zustände überhandnehmen. Auf jeden Fall dramaturgisch ein dankbarer Stoff, denn der Plot des Films lebt vom Changieren zwischen der psychotischen und der realen Welt Devons; und wie wirklich welche Wirklichkeit ist, damit setzt sich Film ja seit jeher auseinander.

In Devons Fall ist es die geheimnisvolle Maid Lucy, die nach dem Kennenlernen spurlos verschwindet, worauf sich Devon quer durch Australien auf die Suche nach ihr macht. Bald zweifeln nicht nur Devons Bruder Nick, sondern auch die Zuschauer und zuletzt auch Devon selbst, ob Lucy nun eine reale Romanze oder bloß das Gespinst eines schizoiden Schubes ist. Das Thema wahre und/oder scheinbare Liebe ist ein altes Filmmotiv – und der Plot ist auch durchaus in ordentlicher Kitschgefahr, die Regisseur Eve aber haarscharf und also bravourös abwendet.

Im Endeffekt entpuppt sich „Das Mädchen deiner Träume“ als sympathische und eben nur knapp an die Grenze des Kitschs gehende Liebesgeschichte, die viel über die Wirklichkeitswirren eines jungen Mannes mit dieser psychischen Krankheit erzählt, was auch insbesondere an der authentischen Devon-Darstellung durch den australischer Schauspieler Brenton Thwaites liegt.

FURCHE-Navigator Vorschau