Alles was du willst - © Foto: Polyfilm
Film

Lernen vom Dichter

1945 1960 1980 2000 2020
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Es ist ein abgegriffener Klassiker des Kinos: Greise Charaktere können jungen Figuren nicht einfach so Weisheit mit auf den Weg geben. Um der Lektion Nachdruck zu verleihen, müssen sie meist auch das Zeitliche segnen. Dieses allzu bequeme Erzählmittel droht in der italienischen Komödie „Alles was du willst“ dem Alzheimer-kranken Poeten Giorgio, als er einen neuen Gesellschafter bekommt. Alessandro, der in den Tag hinein lebt und dabei immer größeren Ärger bekommt, nimmt den Job nur unter Zwang an. Jedoch wird daraus eine Faszination: mit den Versen, die im Arbeitszimmer in die Wand geritzt stehen, und den Erinnerungsfetzen des alten Mannes, aus denen er einen Sinn zu machen sucht. Die Entwicklung von ruppig, ja garstig, zu verschmitzt und sympathisch vollführt auch der Film.

Ein erfahrener Sozialpädagoge, eine versierte Therapeutin wird es schon richten. So denkt man meist, wenn Eltern ihr Kind nicht mehr bändigen können. Dass man mit dieser Vorstellung bisweilen Schiffbruch erleidet, führt uns Nora Fingscheidt mit Verve vor Augen. Dafür wurde sie für „Systemsprenger“ auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet und ist jetzt für den Oscar nominiert. An der neunjährigen Benni beißen sich alle die Zähne aus. Die Mutter hat sie in ein Heim abgeschoben, weil sie mit der Tochter nicht mehr zurande kommt. Wie im Titel anklingt, gleichen deren Affektausbrüche Detonationen: Benni ist leicht erregbar, impulsiv, durch ein kindliches Trauma geschädigt. Ihrem Wüten hält nicht einmal Sicherheitsglas stand, sie gefährdet sich und andere. So sprengt sie jede soziale Gruppe, wird dann flugs an eine andere Einrichtung weitergereicht. Dabei ist ihre Sozialarbeiterin Frau Bafané äußerst engagiert, bemüht sich immer wieder, eine neue Unterbringungsmöglichkeit zu finden. Große Hoffnung setzt sie auf Bennis Schulbegleiter Michael Heller, drei gemeinsame Wochen im Wald sollen dem Mädchen Ruhe verschaffen. Einig mit sich selbst ist er aber nicht, etwa ob er theatralisch sein will oder subtiler Beobachter.

Es ist ein abgegriffener Klassiker des Kinos: Greise Charaktere können jungen Figuren nicht einfach so Weisheit mit auf den Weg geben. Um der Lektion Nachdruck zu verleihen, müssen sie meist auch das Zeitliche segnen. Dieses allzu bequeme Erzählmittel droht in der italienischen Komödie „Alles was du willst“ dem Alzheimer-kranken Poeten Giorgio, als er einen neuen Gesellschafter bekommt. Alessandro, der in den Tag hinein lebt und dabei immer größeren Ärger bekommt, nimmt den Job nur unter Zwang an. Jedoch wird daraus eine Faszination: mit den Versen, die im Arbeitszimmer in die Wand geritzt stehen, und den Erinnerungsfetzen des alten Mannes, aus denen er einen Sinn zu machen sucht. Die Entwicklung von ruppig, ja garstig, zu verschmitzt und sympathisch vollführt auch der Film.

Ein erfahrener Sozialpädagoge, eine versierte Therapeutin wird es schon richten. So denkt man meist, wenn Eltern ihr Kind nicht mehr bändigen können. Dass man mit dieser Vorstellung bisweilen Schiffbruch erleidet, führt uns Nora Fingscheidt mit Verve vor Augen. Dafür wurde sie für „Systemsprenger“ auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet und ist jetzt für den Oscar nominiert. An der neunjährigen Benni beißen sich alle die Zähne aus. Die Mutter hat sie in ein Heim abgeschoben, weil sie mit der Tochter nicht mehr zurande kommt. Wie im Titel anklingt, gleichen deren Affektausbrüche Detonationen: Benni ist leicht erregbar, impulsiv, durch ein kindliches Trauma geschädigt. Ihrem Wüten hält nicht einmal Sicherheitsglas stand, sie gefährdet sich und andere. So sprengt sie jede soziale Gruppe, wird dann flugs an eine andere Einrichtung weitergereicht. Dabei ist ihre Sozialarbeiterin Frau Bafané äußerst engagiert, bemüht sich immer wieder, eine neue Unterbringungsmöglichkeit zu finden. Große Hoffnung setzt sie auf Bennis Schulbegleiter Michael Heller, drei gemeinsame Wochen im Wald sollen dem Mädchen Ruhe verschaffen. Einig mit sich selbst ist er aber nicht, etwa ob er theatralisch sein will oder subtiler Beobachter.

Alles was du willst - © Foto: Polyfilm
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Film

Alles was du willst (Tutto quello che vuoi)

I 2017. Regie: Francesco Bruni.
Mit Andrea Carpenzano, Giuliano Montaldo,
Arturo Bruni.
Polyfilm. 106 Min.