The Girl with all the Gifts - © Constantin

The Girl with All the Gifts: Die Zukunft den Zombies!

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Walter Gasperi über den Film "The Girl with all the Gifts".

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Walter Gasperi über den Film "The Girl with all the Gifts".

Mitten hinein in die unterirdischen Räume einer britischen Militärbasis wirft der schottische Regisseur Colm McCarthy den Zuschauer in seiner Verfilmung von Mike Careys Roman "The Girl with All the Gifts". An Rollstühle gefesselt werden Kinder aus ihren Zellen in ein Klassenzimmer geführt, wo sie unterrichtet werden. Nicht nur mit fensterlosen Räumen, fahlen Grüntönen und dem Sounddesign erzeugt McCarthy eine beklemmende Atmosphäre, sondern auch dadurch, dass man zunächst nichts über die Hintergründe erfährt. Erst langsam wird klar, dass die Militärbasis von Zombies angegriffen wird. Die Kinder, die schon mit dem die Mutation auslösenden Pilz infiziert sind, dienen den Wissenschaftlern als Forschungsobjekte, um einen Impfstoff gegen diese "Zombiesierung" zu entwickeln.

Anspielung auf Flüchtlinge

Unübersehbar spielt McCarthy mit den an Zäunen hängenden Zombies auf die aktuellen Flüchtlingsströme an. Als ihnen der Durchbruch gelingt, kann nur die kleine Melanie mit ihrer Lehrerin, einer Ärztin und einigen Soldaten entkommen. So beginnt eine Odyssee durch ein eindrücklich geschildertes postapokalyptisches England. Der geradlinige Genrefilm variiert mit der Reise etwas schablonenhaft das aus Western bekannte Motiv der Kutschenfahrt durch Feindesland. Aber McCarthy packt auch philosophische Überlegungen mit hinein. Wenn Melanie sehr menschlich agiert, andererseits aber auch den Blutdurst eines Zombies hat, lädt der Film zu einem Positionswechsel ein -und regt an, im Fremden und Andersartigen der Zombies nicht das Böse, sondern sogar die mögliche Zukunft einer dem Untergang geweihten Menschheit zu sehen.

Mitten hinein in die unterirdischen Räume einer britischen Militärbasis wirft der schottische Regisseur Colm McCarthy den Zuschauer in seiner Verfilmung von Mike Careys Roman "The Girl with All the Gifts". An Rollstühle gefesselt werden Kinder aus ihren Zellen in ein Klassenzimmer geführt, wo sie unterrichtet werden. Nicht nur mit fensterlosen Räumen, fahlen Grüntönen und dem Sounddesign erzeugt McCarthy eine beklemmende Atmosphäre, sondern auch dadurch, dass man zunächst nichts über die Hintergründe erfährt. Erst langsam wird klar, dass die Militärbasis von Zombies angegriffen wird. Die Kinder, die schon mit dem die Mutation auslösenden Pilz infiziert sind, dienen den Wissenschaftlern als Forschungsobjekte, um einen Impfstoff gegen diese "Zombiesierung" zu entwickeln.

Anspielung auf Flüchtlinge

Unübersehbar spielt McCarthy mit den an Zäunen hängenden Zombies auf die aktuellen Flüchtlingsströme an. Als ihnen der Durchbruch gelingt, kann nur die kleine Melanie mit ihrer Lehrerin, einer Ärztin und einigen Soldaten entkommen. So beginnt eine Odyssee durch ein eindrücklich geschildertes postapokalyptisches England. Der geradlinige Genrefilm variiert mit der Reise etwas schablonenhaft das aus Western bekannte Motiv der Kutschenfahrt durch Feindesland. Aber McCarthy packt auch philosophische Überlegungen mit hinein. Wenn Melanie sehr menschlich agiert, andererseits aber auch den Blutdurst eines Zombies hat, lädt der Film zu einem Positionswechsel ein -und regt an, im Fremden und Andersartigen der Zombies nicht das Böse, sondern sogar die mögliche Zukunft einer dem Untergang geweihten Menschheit zu sehen.

The Girl with all the Gifts - © Constantin
© Constantin
Film

The Girl with All the Gifts

USA/GB 2016
Regie: Colm McCarthy
Mit Gemma Arterton, Glenn Close
Constantin. 111 Min.

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