AfterBlue - still - © Foto: Filmgarten

Vom Western bis zu „Dune“

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Bertrand Mandicos queere Sci-Fi-Parabel „After Blue“ reizt viel aus, lässt aber wenig Kurzweil aufkommen.

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Bertrand Mandicos queere Sci-Fi-Parabel „After Blue“ reizt viel aus, lässt aber wenig Kurzweil aufkommen.

Es ist eine interessante Koinzidenz, dass ab diesem Wochenende nicht nur die fluiden Identitäten anhand einer franko-koreanischen Biografie (vgl. „Return to Seoul“) verhandelt werden, sondern auch in Bertrand Mandicos Sci-Fi-Paraphrase „After Blue“ ins Kino kommen. Der französische Arthouse-Regisseur war ja bereits vor fünf Jahren mit der mehr als schrulligen Coming-of-Age-Geschichte „The Wild Boys (Les Garçons Sauvages)“ als Meister der Verfließung aufgefallen, als er eine am Anfang des 20. Jahrhunderts auf einer Insel gestrandete Jungmännerschar durch androgyne Schauspielerinnen darstellen ließ. In seinem neuen Epos „After Blue“ reizt Mandico die Eingeschlechtlichkeit bis zum Geht-nicht-mehr aus und stülpt darüber eine Ästhetik, die vom Western über „Star Trek“ und „Star Wars“ bis zu den jüngsten filmischen Zukunftsszenarien à la „Dune“ reicht: Der titelgebende Planet „After Blue“ in einer fernen Galaxie beherbergt nur Frauen, die es von der Erde hierher verschlagen hat.

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