Dictionary - © Steve Buissinne /Pixabay
Literatur

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Größenwahnsinniger geht’s eigentlich nicht, wenn man ein Buch, das 711 Seiten umfasst, „Wörterbuch der Gegenwart“ nennt. Und doch nimmt mich dieses Buchprojekt für es ein. Vielleicht, weil es gut tut, nachdem man alle Lexika aus den Regalen geworfen hat, um Platz zu bekommen, weil man eh nur mehr googelt, so ein schön gestaltetes schweres Buch in der Hand zu halten. Auch wenn man erst nicht weiß, wie man es eigentlich lesen soll. Das Blättern im Wörterbüchern: Auf einmal ist da auch wieder die Erinnerung an Kindheitsstunden. Wörterbücher wachsen mit der Zeit und müssen immer wieder neu erstellt werden. Dieses hier führt in die Welt der Gegenwart. Es nutzt zwölf Begriffe – Angst, Bild, Ding, Gewalt, Gerechtigkeit, Körper, Markt, Politik, Sprache, Tier, Wahrheit und Zeit – „als unzulänglichen Ausgangspunkt, anhand dessen sich aufzeigen lässt, was universalistische Begriffe nicht abdecken können, wo sie mehrdeutig sind und welcher spezifischen Situierung und kritischen Korrektur ihr Allgemeingültigkeitsanspruch bedarf.“ In zahlreichen Bildern, Texten und Gesprächen entstehen komplexe Bedeutungsverschiebungen und -erweiterungen.